Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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LKA-Umfrage: So steht es um meine gefühlte Sicherheit in Elmshorn

Jetzt habe ich schon dreimal hintereinander Post vom Landeskriminalamt (LKA) in Kiel bekommen, und jedes Mal fühlte ich mich irgendwie ertappt – wobei auch immer. Allerdings war man mir nicht bei kriminellen Machenschaften auf die Schliche gekommen, sondern bat um meine Teilnahme an einer Umfrage zur Sicherheit in Schleswig Holstein.

Den ersten Schreck jagte mir das LKA mit einem Brief ein, in dem es mit mitteilte, dass ich ausgewählt wurde und – wohlgemerkt freiwillig und anonym – an einer Umfrage teilnehmen darf. Ich gehöre also zu einer Handvoll zufällig ausgewählter Menschen, die in einem Fragebogen darüber Auskunft geben durften, wie es aus ihrer Sicht um die Sicherheit in ihrem Wohnumfeld bestellt ist. Der zweite Schreck kam in einem A4-Umschlag, der dann den angekündigten Fragebogen enthielt. Ich füllte ihn brav aus, denn ich glaube schon, dass man eine solche Gelegenheit nutzen sollte, den Behörden über die eigenen Befindlichkeiten und Eindrücke Auskunft zu geben, damit sie in Zukunft besser berücksichtigt werden können. Weiterlesen


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Saatkrähen: Die einen lieben sie, die anderen verscheuchen sie…

Habt ihr neulich im „Stern“ die Geschichte von dem Mädchen aus Seattle gelesen, dem Krähen regelmäßig Geschenke bringen, weil es sie füttert? Also hier in Elmshorn gibt’s keine Geschenke von den Viechern, nur Geschrei und Gescheiße. Deshalb bin ich höchst einverstanden damit, dass sie mit allen Mitteln vertrieben werden, die der Naturschutz erlaubt.

Gabi ist acht Jahre alt und wohnt in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Sie war neulich Heldin einer niedlichen Geschichte im „Stern“. Denn sie füttert die Krähen in ihrem Garten und bekommt dafür Geschenke von den schlauen schwarzen Vögeln gebracht: bunte Glasscherben, bunte Knöpfe, kleine Gegenstände aus Metall, welche die Kleine einzeln abpackt und katalogisiert. Die Krähen scheinen die Dinge tatsächlich anzuschleppen, um sich bei dem Mädchen für das Futter zu bedanken. Weiterlesen


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Elmshorner Graue Erbsen 2015: Wir haben sie nachgekocht!

Das Rezept, das mir eine Blog-Leserin vor einer Weile geschickt hat, ist überhaupt nicht kompliziert. Doch weil die Erbsen einen Tag quellen und dann immer noch zwei Stunden lang kochen müssen, bleibt meine gewohnte Spontanität in der Küche ein wenig auf der Strecke.

Nachdem wir am Ende der Faschingswoche doch noch die Gelegenheit hatten, in Sparrieshop Graue Erbsen zu essen, wollten wir uns auch einmal selbst ans Kochen wagen. Eine 500-Gramm-Packung der getrockneten Kapuzinererbsen hatte ich schon vor einer ganzen Weile gekauft. Außerdem hatte eine Blog-Leserin mir ein Rezept geschickt, das überhaupt nicht kompliziert klang. Als dann auch noch ein schönes Stück Kasseler in der Biokiste geliefert wurde, stand der Plan fest: Wir kochen deftig. Weiterlesen


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Buchtipp: Tolle Portraits in „Stadtgespräche aus Elmshorn“

Es gibt nicht viele Bücher über Elmshorn. Umso schöner ist dieser Band von Patrizia Held und Uta Robbe-Oberhössel, in dem sie 35 Elmshorner mit interessanten Biographien in kurzen Portraits von jeweils zwei bis vier Seiten vorstellen.

Bevor ich vor knapp drei Jahren die Entscheidung getroffen habe, nach Elmshorn zu ziehen, habe ich natürlich ein wenig recherchiert, was es an einschlägiger Literatur über diese Stadt zu lesen gibt. Bei Amazon gibt es leider nur herzlich wenig zu bestellen, was näher mit Elmshorn zu tun hat – es sei denn, man zählt die unzähligen Radwanderkarten mit, oder auch Kaffeebecher, auf denen die Metropolen Tokio, New York, Paris und London gleichberechtigt neben Elmshorn aufgedruckt sind (oder auch Bierhumpen und Stoffbeutel mit derselben Aussage). Weiterlesen


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Graue Erbsen: Also ab und zu darf es auch mal was Deftiges sein…

Zum Glück wird die Elmshorner Spezialität nicht mehr nur am Faschingsdienstag serviert: Gestern Abend konnte ich im Restaurant Marone in Sparrieshoop zusammen mit meinem Mann erstmals graue Erbsen essen. Mein Fazit: Das Essen liegt trotz Schnaps etwas schwer im Magen, schmeckt aber durchaus lecker.

Anders als befürchtet, habe ich in diesem Jahr also nicht das traditionelle Elmshorner Graue-Erbsen-Essen verpasst. Während ich mit meinem Sohn einen kleinen Städteurlaub in Barcelona verbrachte, hatte mein Mann zum Glück einen Tisch im Gasthaus Marone in Sparrieshoop reserviert, wo auch am Sonnabend der Faschingswoche noch Graue Erbsen serviert wurden. Es war mein erster Besuch in diesem Restaurant (und abgesehen von ein paar Rennrad-Trainings, die mich über den Forst Sibirien auch durch Sparrieshoop geführt haben, wohl auch mein erster Besuch in dieser kleinen Gemeinde), und ich wunderte mich zunächst, warum das Restaurant von der einen Straßenseite den Namen „Kastanie“ und von der anderen Straßenseite den Namen „Marone“ trägt. Wie uns die nette Kellnerin erklärte, hatte die Vorbesitzerin des Lokals in der einen Seite (Kastanie) den Festsaal und die Kneipe für die Raucher untergebracht und den anderen Teil des Lokals, in dem das Restaurant untergebracht ist, aufwändiger renoviert und ihm den etwas edleren Titel „Marone“ verpasst. Weiterlesen


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Barcelona statt Elmshorn – Tapas statt graue Erbsen!

Weil ich derzeit ein paar Urlaubstage in Barcelona verbringe, verpasse ich schon wieder das traditionelle Elmshorner Graue-Erbsen-Essen. Zum Glück haben mir meine Blog-Leser geholfen: mit einem Rezept für graue Erbsen zum Selberkochen und mit Infos zu Restaurants, in denen das Elmshorner Spezialgericht auch am Sonnabend noch serviert wird, wenn ich wieder da bin. Weiterlesen


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Umgestaltung der Innenstadt: Die Parkpalette am Hafen musste schon dran glauben

Ich habe an dieser Stelle schon häufiger geschildert, was mir an Elmshorn gut gefällt und euch ein paar Lieblingsecken und -gebäude gezeigt. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass die Innenstadt ziemlich reich an Bausünden ist. Zum Glück ist in diesem Punkt einiges in Bewegung geraten – zum Beispiel wird derzeit die gruselig hässliche Parkpalette am Hafen von Baggern platt gemacht.

Es gibt in der Elmshorner Innenstadt eine ganze Reihe Ecken, die eine „Aufwertung“ vertragen könnten, wie es unter Stadtplanern so schön heißt. Dazu gehört das Areal rund um das Hafenbecken ebenso wie der Bereich rund um den Buttermarkt, nicht zu vergessen die Knecht’schen Hallen und das Kibek-Hochhaus. Seit ich hier lebe, wird über die Umgestaltung dieser Flächen diskutiert – und in diesem Jahr erfolgen tatsächlich einige wichtige Schritte hin zu einer attraktiveren Innenstadt. Weiterlesen


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Erster Einsatz als Willkommenshelfer: Was ein bisschen Dolmetschen bewirken kann…

Ich verstehe und spreche Persisch, die Erzieherinnen einer Elmshorner Kita aber nicht. Sie können sich deshalb nicht mit den Eltern eines kleinen iranischen Mädchens verständigen, das seit einigen Monaten die Kita besucht. Ich habe daher bei einem Elterngespräch einfach ein bisschen für beide Seiten gedolmetscht – so einfach kann das Ehrenamt als Willkommenshelfer sein!

Bislang war das Elmshorner Willkommensteam für Flüchtlinge noch nicht praktisch im Einsatz. Bei unseren ersten Treffen waren wir damit beschäftigt, die aktuelle Rechtslage und verschiedene Hilfsangebote für Flüchtlinge kennen zu lernen, außerdem machten wir uns Gedanken über unsere Vernetzung untereinander und die Homepage unserer Gruppe, die mittlerweile übrigens freigeschaltet ist. Doch so langsam scharrten alle Mitglieder des Teams unruhig mit den Hufen: Wir haben uns doch eigentlich zusammengefunden, um Flüchtlingen ganz konkret in ihrem Alltag in Elmshorn zu helfen! Weiterlesen


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Graue-Erbsen-Essen 2015: Auch dieses Jahr wird es bei mir leider nichts!

Einer meiner festen Elmshorn-Vorsätze für 2015 lautete: Dieses Jahr werde ich endlich einmal zum Graue-Erbsen-Essen gehen, damit ich mitreden kann, wenn es um diese uralte Elmshorner Tradition geht. Und dann war ich so leichtsinnig, just für die Faschingswoche einen Urlaub zu buchen.

Seit meinem Umzug nach Elmshorn im Mai 2012 ist mir jedes Jahr im Februar ein für Zugezogene merkwürdig anmutendes Lokal-Event aufgefallen: das Graue-Erbsen-Essen. Ursprünglich fand es nur am Faschingsdienstag statt, inzwischen haben viele Elmshorner Restaurants aufgrund der Beliebtheit dieses Termins ihr Graue-Erbsen-Angebot auf die gesamte Faschingswoche ausgedehnt. Auf der Internetseite des mittlerweile geschlossenen Elmshorner Schützenhofes kann man nachlesen, dass zu diesem Anlass jährlich ungefähr sechs Tonnen Hülsenfrüchte in Elmshorn verarbeitet werden. Alle Achtung. Weiterlesen


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Schönes Elmshorn: Bei alten Bauten aus rotem Backstein werde ich schwach

Die typisch norddeutschen Backsteinbauten haben es mir schon immer angetan. In Hamburg liebe ich die Speicherstadt und das Kontorviertel, in Elmshorn das Möhringsche Haus, die Bismarckschule und das Amtsgerichtsgebäude.

Ich habe mir sagen lassen, dass manche Leute beim Anblick alter Rotklinkerfassaden trübsinnig werden: zu dunkel, zu dröge, was auch immer… Ich kann das nicht nachvollziehen. Mir geht beim Anblick norddeutscher Backsteingotik das Herz auf. In Hamburg gibt es für mich daher viele Gelegenheiten, mich an schönen Fassaden zu erfreuen – und zwar nicht nur an den Klassikern, die in jedem Reiseführer stehen (die Speicherstadt oder das Kontorviertel mit dem wunderschönen Chilehaus, das völlig zu Recht als Unesco-Weltkulturerbe eingestuft wurde), sondern auch an den typischen Backstein-Straßenzüge in vielen Hamburger Stadtteilen, die einmal als eher profane Arbeiterviertel errichtet wurden. Weiterlesen