Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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Nach 10 Jahren steht Lottes Musiknacht vor dem Generationswechsel

Eigentlich würde ich Rolf Reinstrom aka Lotte gern dazu verdonnern, den von ihm gegründeten Verein auf Lebenszeit weiterzuführen. Einfach weil es (sicherlich nicht nur) für mich schwer vorstellbar ist, dass jemand anders seinen Platz einnehmen kann. Aber natürlich macht es ungeheuer viel Arbeit, als erster Vorsitzender einen Verein zu leiten. Und irgendwann mag sich verständlicherweise jede und jeder in der Freizeit auch mal mit anderen schönen Dingen beschäftigen.

Im Fall von Lotte war der nun anstehende Rückzug sogar von Anfang an für genau dieses Jahr vorgesehen. „Ich mache das genau zehn Jahre lang, und dann ist für mich Schluss“, soll er bereits bei der Vereinsgründung 2016 gesagt haben. Vor einer Weile habe ich mich mit ihm und seinem im Februar 2026 gewählten Nachfolger Timm Lienau getroffen, um mich mit den beiden über die Anfänge und die Zukunft des Vereins zu unterhalten. In allernächster Zukunft, am Sonnabend, 27. Juni 2026, steht übrigens ein Konzert mit der Band Soullounge auf dem Programm.

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Ich will kein Spielverderber sein – aber diese Studie überzeugt mich nicht…

Elmshorn erreicht beim „Gemeindecheck Daseinsvorsorge“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einen spektakulären Platz 31 von insgesamt 10.817 untersuchten Gemeinden. Ich kann ja verstehen, dass sich Lokalpresse und Stadtmarketing angesichts dieses tollen Rankings vor Freude überschlagen. Aber ich finde die Schlüsse, die angesichts der Methodik aus der Studie gezogen werden, doch ein bisschen fragwürdig.

Natürlich ist Elmshorn nicht so schlecht wie es in den Facebook-Kommentarspalten geredet wird. Ich bin weit entfernt davon, mich diesen ewig schlechtgelaunten Menschen anzuschließen, die immer und überall etwas zu meckern haben. Mir gefällt es insgesamt gut in dieser Stadt, ich lebe sehr gern hier. Das liegt an den kurzen Wegen, der Nähe zur Elbe und zu Hamburg, aber vor allem den tollen Menschen hier, die in Sachen zivilgesellschaftliches Engagement und kulturellen Angeboten wirklich einiges auf die Beine stellen. Das möchte ich einmal vorausschicken, bevor ich kritischere Töne anschlage.

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„Menschen brauchen andere Menschen. Sie wollen dazugehören.“

Vergangene Woche war an zwei Abenden in Folge Dominik Bloh im Elmshorner Industriemuseum zu Gast. Er las einige Kapitel aus seinem Buch „Unter Palmen aus Stahl“ vor. Doch in erster Linie sprach er über Obdachlosigkeit, sein Leben auf der Straße, den Weg zurück in ein Leben mit Wohnung, Job und sozialer Anerkennung – und über die gesellschaftlichen Narrative, die dazu beitragen, dass der Kampf gegen Wohnungslosigkeit allenfalls halbherzig geführt wird.

Ich war ja schon vor den beiden Lesungen fest überzeugt, dass Dominik ein wirklich toller Typ ist. Nachdem ich ihn nun live erlebt und ein bisschen mit ihm gesprochen habe, bin ich noch einmal mehr beeindruckt. Dominik hat es nicht nur geschafft, über zehn Jahre auf der Straße zu überleben, ohne an der Menschheit zu verzweifeln oder zu verbittern. Er unterstützt heute als Sozialunternehmer Menschen ohne Obdach und ist außerdem als Politikberater tätig. Und er hat seine Erfahrungen und Gedanken als Schriftsteller und Autor auch in sehr klare und unmissverständliche Botschaften übersetzt, die eigentlich niemanden kalt lassen dürften.

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Ich freue mich auf die Lesungen mit Dominik Bloh!

In nicht einmal mehr zwei Wochen haben wir hier in Elmshorn einen großartigen Typen zu Gast. Dominik Bloh, der mit zwei Büchern über seine eigene Obdachlosigkeit zum Spiegel-Bestseller-Autor wurde und mittlerweile glücklicherweise nicht mehr auf der Straße lebt, liest an zwei Abenden hintereinander im Industriemuseum. Eigentlich wollte ich hier ganz heftig die Werbetrommel rühren – doch zwecklos, beide Veranstaltungen waren schneller ausverkauft als ich einen Blogbeitrag schreiben kann.

Ich will euch aber immerhin berichten, warum die ganze Aktion mich persönlich mächtig stolz macht. Vor einer Weile habe ich hier ja aufgeschrieben, dass ich mich neuerdings bei den Elmshorner Suppenhühnern engagiere. Einen Anstoß für dieses neue Ehrenamt, den ich in dem Beitrag nicht erwähnt hatte, waren die Bücher von Dominik Bloh. Mein Mann, der natürlich seit Jahren um mein Interesse am Thema Obdachlosigkeit weiß, hatte mir „Unter Palmen aus Stahl“ und „Die Straße im Kopf“ 2024 zu Weihnachten geschenkt. Ich hatte sie in einem Rutsch durchgelesen und dann den Entschluss gefasst, mich bei den Suppenhühnern einzuklinken. Seit Oktober bin nun ich Teil des Teams – und hatte ziemlich rasch die Idee, Dominik mal als Gast in den Suppenhühner-Podcast und zu einer Lesung nach Elmshorn einzuladen.

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Wer wird unser neuer Oberbürgermeister?

Morgen ist Wahltag in Elmshorn. All diejenigen, die noch nicht per Briefwahl oder im Rathaus ihr Kreuzchen gemacht haben, haben dann die Gelegenheit, in ihrem Wahllokal für einen der drei Kandidaten zu stimmen. Ich habe in den vergangenen Wochen den Wahlkampf verfolgt und schildere euch hier einmal meine persönlichen Eindrücke.

Zur Wahl stehen Olaf Kipp von der ÖDP, Arne Klaus von der SPD (wird auch von den Linken unterstützt) und der parteilose Erik Sachse (wird von CDU, Grünen und FDP ins Rennen geschickt). Die drei sind auf dem Wahlzettel in alphabetischer Reihenfolge (nach den Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen) sortiert, also mache ich das hier auch so. Auch vor der letzten Bürgermeisterwahl habe ich hier schon einmal meine Gedanken zu den damals vier Kandidaten notiert. Ich mache daraus deshalb eine kleine Tradition und erzähle euch heute – kurz vor knapp, aber früher bin ich jobbedingt leider nicht dazu gekommen – einmal, was ich vom jeweiligen Wahlprogramm, der fachlichen sowie persönlichen Eignung und der Kampagnen der drei Kandidaten halte.

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Apollo Afterwork: Entspannter Feierabend im Kranhausgarten

Während nebenan an den Knecht’schen Hallen gewerkelt und saniert wird, kann man seit einer Weile jeden Donnerstag ab 17 Uhr im Garten des Kranhauses auf ein lauschiges Feierabendgetränk zusammenkommen.

Ich finde ja schon seit Jahren, dass es in Elmshorn zu wenig Gastronomiebetriebe gibt, in denen man im Sommer gemütlich draußen sitzen kann. Also etwas mit lockerer Biergarten- oder Beachclub-Atmosphäre, zentral gelegen und ohne Straßenlärm. Doch diesen Sommer hat sich an dieser Front ein bisschen etwas getan – und zwar zum Positiven!

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Lokalpolitik meets Grillparty: Ein richtig guter Abend mit Arne Klaus

Ein Oberbürgermeisterkandidat bietet auf Instagram an, Tzatziki mitzubringen, wenn man ihn zur Grillparty einlädt. Sympathischer Move, fanden mein Mann und ich – und wollten uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, Arne Klaus näher kennen zu lernen. Wir luden also ihn und ein paar befreundete Pärchen zum Grillen in unseren Garten ein. Dabei erfuhren wir mehr über Arne Klaus Haltung und Ideen als man im Gespräch am Infostand in der Fußgängerzone je hätte bekommen können.

Am 28. September 2025 wird in Elmshorn ein neuer Bürgermeister gewählt, der angesichts der auf über 50.000 Einwohner gewachsenen Bevölkerung inzwischen sogar den Titel ‚Oberbürgermeister‘ trägt. Mit Arne Klaus (SPD, unterstützt von Die Linke), Erik Sachse (parteilos, unterstützt von CDU, Grünen und FDP) sowie Olaf Kipp (ÖDP) stehen dieses Mal drei Kandidaten zur Wahl. Ich folge allen dreien auf Instagram – nicht zuletzt um mir einen Eindruck von ihrem jeweiligen Auftreten in den sozialen Medien zu verschaffen.

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6 gute Gründe, warum ich die Elmshorner Musiknacht liebe

Am vergangenen Freitag verwandelten sich nach Feierabend mal wieder 20 Ladenlokale in der Elmshorner Innenstadt vorübergehend in Musikbühnen. Ich war an dem Tag zwar unausgeschlafen und wäre am liebsten früh ins Bett gegangen. Aber wenigstens ein paar Musik-Acts wollte ich dann doch unbedingt miterleben.

Wer diesem Blog schon länger folgt, erinnert sich vielleicht, dass ich schon 2019 einmal schwer begeistert über die Elmshorner Musiknacht geschrieben habe. Dieses Jahr fand sie bereits zum 9. Mal statt und wird vom Stadtmarketing längst als „Highlight im Veranstaltungskalender der Krückau-Stadt“ angepriesen. Völlig zu Recht, wie ich finde! Unter dem frischen Eindruck des diesjährigen Events habe ich euch einmal 6 gute Gründe aufgeschrieben, warum man die Elmshorner Musiknacht in meinen Augen auf keinen Fall verpassen sollte.

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Ich bin stolz auf 10 Jahre Mitarbeit im Willkommensteam

Am Freitagnachmittag haben wir im Rahmen eines feierlichen Empfangs bei schönstem Sonnenschein und mit Blick auf blühenden Magnolien vor der Weißen Villa auf den 10. Geburtstag des Vereins Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn e. V. angestoßen. Über 60 Gäste, davon auch viele Teammitglieder der ersten Stunde sowie Ehrenamtliche anderer Vereine und Organisationen, aber auch Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, waren der Einladung gefolgt.

Nach einer Reihe von Vorträgen wurde auch die von mir erstellte Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum offiziell vorgestellt, die mich in den vergangenen Monaten beschäftigt hat. Als wir Ende 2024 in kleiner Runde einmal beisammensaßen und über mögliche Aktivitäten zum Jubiläum nachdachten, war mir nämlich die einzig mögliche Idee gekommen, die einer Journalistin mit dem Hobby Schreiben einfallen kann: „Lasst uns eine Festschrift veröffentlichen, in der wir die vergangenen 10 Jahre in Wort und Bild zusammenfassen!“

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Ein kleiner Hoffnungsschimmer in gruseligen Zeiten

Die Wiederwahl von Trump in den USA, das Erstarken von Autokraten, die fortwährenden Kriege weltweit, der Rechtsruck in Deutschland… es gibt zurzeit ja nicht allzu viele Gründe für Zuversicht und Optimismus. Deshalb bin ich froh, dass wir am Freitag in der Elmshorner City unterwegs waren, wo so viele Menschen kulturelles und zivilgesellschaftliches Engagement gezeigt haben.

Zuerst haben wir im Pop Up Store in der Königstraße 53 vorbeigeschaut, wo das Kulturkombinat Elmshorn gemeinsam mit dem Stadtmarketing eine bunte Mischung aus Livemusik, Infoständen verschiedener Organisationen, Workshops, einer Lesung und Kunstausstellungen auf die Beine gestellt hatte. Im Anschluss ging es gleich weiter auf der Demonstration für Demokratie und gegen den Rechtsruck in Deutschland.

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