Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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Und es gibt sie doch: Krähenangriffe in Schleswig-Holstein

Vor einer Weile bekam ich von der Polizei Schleswig-Holstein die Auskunft, dass in ganz Schleswig-Holstein keine Angriffe von Krähen auf Menschen aktenkundig sind. Doch offenbar ist der Polizeistatistik da der „Terror durch wilde Rabenkrähen“ in Barlt durch die Lappen gegangen.

Aufmerksame Blog-Leser wissen, dass ich ein etwas getrübtes Verhältnis zu den vielen Saatkrähen habe, die in Elmshorn ihr Unwesen treiben. Sie sind laut und scheißen alles voll – und man darf (fast) nichts gegen sie unternehmen, weil sie unter Naturschutz stehen. Unklar ist, ob sie Menschen nicht nur durch die Keime in ihren Ausscheidungen gefährlich werden können (die sie gelegentlich auf den Grundstücken von Kindergärten oder Schulen hinterlassen, wo Kinder eigentlich gern draußen spielen), sondern auch durch aggressive Angriffe. In Hamburg kommen Angriffe von Krähen auf Menschen Presseberichten zufolge zwei- bis dreimal im Jahr vor. In Schleswig-Holstein hingegen wurden in den vergangenen Jahren überhaupt keine Krähenangriffe gemeldet, wie mir die Pressestelle der Landespolizei im Juni 2015 mitteilte. Weiterlesen


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Glückstadt? Raa-Besenbek? Immer geradeaus. Warum man meinen Wegbeschreibungen nicht trauen sollte

Ich habe einen grottenschlechten Orientierungssinn. Sogar in Gegenden, in denen ich seit Jahren zu Hause bin, kann ich mich heillos verlaufen. Heute habe ich miese Karmapunkte gesammelt, denn ich habe einem armen Autofahrer in Raa-Besenbek versehentlich eine völlig falsche Wegbeschreibung gegeben.

Ich kann mich nicht erinnern, wo ich heute mit meinen Gedanken war, als ich am frühen Nachmittag eine kleine 5-Kilometer-Laufrunde einlegte. Jedenfalls war ich nur physisch auf der Siethwender Chaussee in Raa-Besenbek Richtung Bullendorf unterwegs, als auf einmal ein Autofahrer neben mit anhielt, um mich nach dem Weg zu fragen. Ein silberfarbener Touran oder ein ähnlich dimensioniertes Gefährt. Der Mann hatte einen glattrasierten Schädel, möglicherweise ein Tatoo im Nacken, sah aber trotzdem nicht unsympathisch aus. Im Fenster seiner Rückbank hing ein schwarzer Anzug mit weißem Hemd und Krawatte in einer Schutzhülle. Offenbar war er zu einem festlichen Termin unterwegs. „Wo geht es hier zu Alten Ziegelei? Bin ich hier richtig?“, fragte er mich. Weiterlesen


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Bahnfahren ab Elmshorn: Warum kennt der Automat keinen Bahncard-Rabatt?

Im Alltag sind es ja oft die kleinen Sachen, die einem entweder Freude bereiten oder einen mächtig ärgern. Mich hat neulich der Fahrkartenautomat auf dem Bahnsteig am Elmshorner Bahnhof geärgert, wo es schlicht unmöglich war, auf eine Fahrt nach Neumünster Bahncard-Rabatt zu bekommen.

Bahnhof Elmshorn, der Bahnsteig von Gleis 1, vergangenen Freitag irgendwann am Nachmittag. Ich wollte nach Neumünster fahren, weil mein Mann und ich zu einer Feier in Schafflund eingeladen waren und er mich auf dem Heimweg von der Arbeit am besten in Neumünster einsammeln konnte. Ich war (mal wieder) etwas knapp dran und hatte keine Zeit mehr gehabt, mir vom Rechner aus online ein Ticket zu buchen. Doch man sollte ja meinen, dass man auch am Fahrkartenautomat alle Optionen hat und eine Fahrt mit Bahncard50-Tarif buchen kann. Leider ein Trugschluss. Weiterlesen


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Industriemuseum Elmshorn: Streifzug durch Maragarineproduktion, Hafenlärm und Schulstube

Elmshorn ist ganz unverkennbar eine Industriestadt. Fast an jeder Kreuzung weist ein Schild in irgendein Industriegebiet. Folgerichtig heißt das Elmshorner Heimatmuseum auch „Industriemuseum“. Vor einer Woche war ich zum ersten Mal dort – zusammen mit etlichen Elmshorner Neubürgern über das Willkommensteam für Flüchtlinge.

2014-10-12 17.47.57

Beinahe an jeder Kreuzung in Elmshorn…

2014-10-12 17.51.40

… führt ein Schild in mindestens ein Industriegebiet

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Willkommensteam Elmshorn: Wir sammeln Fahrräder für Flüchtlinge

Wer ein Fahrrad hat, kann sich leichter mit Elmshorn vertraut machen, in die 5 Kilometer entfernte Ausländerbehörde gelangen und zum Sprachkurs radeln. Es ist also gut, wenn Flüchtlinge Fahrräder haben . Doch leider sehen das nicht alle Menschen in Elmshorn so.

Wenn wir vom Willkommensteam Flüchtlinge fragen, was sie am dringendsten benötigen, dann bekommen wir zuallererst die Antwort: „Ich möchte einen Deutschkurs besuchen!“ Doch gleich an zweiter Stelle steht der Wunsch nach einem Fahrrad. Warum? Ganz einfach: Mit einem Fahrrad ist man mobil und kann seinen neuen Wohnort Elmshorn unkompliziert erkunden. Man muss keinen schwer verständlichen Busfahrplan verstehen oder ohnehin knappes Geld für Fahrkarten ausgeben. Allerdings sind fahrtüchtige gebrauchte Fahrräder in Elmshorn gar nicht so leicht zu ergattern. Eigentlich verweisen wir die Flüchtlinge immer an das Sozialkaufhaus, wo gebrauchte und instandgesetzte Fahrräder gegen einen kleinen Obolus verkauft werden. Doch in letzter Zeit gibt es dort nur noch selten gebrauchte Fahrräder zu kaufen – und bis zur nächsten Fahrradversteigerung des Fundbüros ist es noch eine ganze Weile hin. Weiterlesen


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Obsthof Früchtenicht und Tischlerei Holzfeind: Lustige Firmennamen in Elmshorn

Elmshorn hat nicht nur Straßen- und Ortsteilnamen zu bieten, die einen stutzen lassen – siehe Sibirien, Walfängerweg, Südpol oder Sommerland. In und um unsere Stadt haben sich auch eine Reihe von Unternehmen mit lustigen Namen angesiedelt.

In letzter Zeit habe ich meine schöne Liste ein wenig vernachlässigt, doch eigentlich sammele ich ja lustige Namen von Leuten. Ihr wisst schon, Namen wie Rosa Schlüpfer oder Axel Schweiß, nur eben von realen Menschen. Meine Sammlung umfasst schöne Exemplare wie den Chirurg Bernd Stechemesser aus Köln (den ich zum Glück persönlich kenne, und den ich für gänzlich ungefährlich halte, auch wenn der Name sicherlich so manch einen abschreckt). Oder den Proktologe Dr. Horst Loch aus Berlin, ebenfalls ein sehr netter und kompetenter Chirurg. (Für alle, die sich mit medizinischer Terminologie nicht so auskennen: Proktologen beschäftigen sich mit dem Popoloch und allem, was so an Wehwehchen dazugehört.) Oder die Firma Kotzenberg, die im Lipperland einige Filialen betreibt und bei der man Berufstextilien mieten kann. Das Bestattungsinstitut Schade aus Nordhausen zählt natürlich auch dazu. Weiterlesen


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Krähenangriffe: Hitchcock’s „Die Vögel“ auch bei uns in Elmshorn?

Vor einer Woche berichtete das Hamburger Abendblatt über Angriffe von Kräheneltern auf Passanten, die sich den Jungtieren genähert hatten. Und ich habe gleich einmal die Wahrscheinlichkeit ausgerechnet, mit der so etwas auch in Elmshorn mit seiner großen Krähenpopulation passieren kann.

Zwei- bis dreimal im Jahr passiert so etwas in Hamburg: Krähen fliegen im Sturzflug auf Passanten nieder und attackieren sie mit Krallen und Schnäbeln. Nicht einmal von der Polizei lassen sie sich davon abhalten, so dass sie letztlich im ausbruchsicheren Käfig abtransportiert werden müssen. Vor einer Woche berichtete das Hamburger Abendblatt über einen solchen Falll: Ein Ehepaar wurde von Krähen angegriffen, weil es sich einem aus dem Nest gefallenen Jungtier genähert hatte, das am Rand des Gehsteigs im Gras kauerte. In der Bildergalerie zum Artikel kann man sehen, dass andere Passanten sich mit einem Regenschirm vor dem wildgewordenen Elterntieren schützen mussten. Weiterlesen


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Von wegen triste Industriestadt: Noch mehr bunte Fassaden in Elmshorn

Vor einer Weile hatte ich hier schon einmal Fotos bunter Fassaden gepostet, die ich im Vorbeilaufen oder -radeln in Elmshorn fotografiert hatte. Auch wenn ich nicht jede Farbwahl nachvollziehen kann, freue ich mich doch immer über mutige Farbtupfer in den Straßen. Zwischenzeitlich habe ich ein paar mehr Beispiele dafür gefunden, dass Elmshorner Hausbesitzer es gern bunt mögen. Doch seht selbst…

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Urban Gardening im Kranhaus: Integration mit Kohlrabi und Calendula

Mittlerweile betreue ich über das Willkommensteam für Flüchtlinge zwei iranische Familien, die noch nicht lange in Elmshorn leben. Am 17. April 2015 machte ich mit den beiden Familien einen kleinen Ausflug ins Elmshorner Kranhaus, wo beim „Urban Gardening“ die Gartensaison eingeläutet wurde.

Die Arbeit des Willkommensteams für Flüchtlinge Elmshorn geht gut voran: Seit der Vereinsgründung Ende März 2015 haben wir ein Büro sowie eine ganze Reihe von Sponsoren gefunden und außerdem Kontakte zu anderen Organisationen in Elmshorn geknüpft. Eine davon ist das Kranhaus mit seinem Verein „Freundeskreis Knecht’sche Hallen“, wo mittlerweile regelmäßig Konzerte, Kunsthandwerkmärkte und andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Am Sonnabend, 17. April 2015, wurde im Innenhof des Kranhauses zum zweiten Mal mit „Urban Gardening“ die Gartensaison eröffnet. Weiterlesen


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Nachtrag zur LKA-Umfrage: Ach so, der Fragebogen stammte aus Niedersachsen!

Warum fragt das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein, ob ich in meiner Wohnumgebung Reiterstaffeln der Polizei gesehen habe, wenn es im ganzen Land schon lange keine mehr gibt? Weil der Fragebogen aus Niedersachsen stammt…

Nur ein ganz kurzes Update zu meinem letzten Post zur Umfrage des Landeskriminalamtes (LKA) Schleswig-Holstein. Ich war ja neugierig, warum in dem Fragebogen danach gefragt wurde, ob ich in meiner Wohnumgebung in 2014 eine Reiterstaffel der Polizei gesehen habe, obwohl es in ganz Schleswig-Holstein seit geraumer Zeit gar keine Reiterstaffeln mehr bei der Polizei gibt. Also fragte ich bei der Polizei Schleswig-Holstein nach und schickte einen Link zu meinem Blogbeitrag mit. Inzwischen habe ich eine Antwort erhalten: „Sehr geehrte Frau Thiel, vielen Dank für ihr Interesse an unserer Umfrage. Sie haben selbstverständlich recht mit dem Hinweis, dass die Landespolizei Schleswig-Holstein keine Reiterstaffel mehr hat. Da diese Umfrage auch von der Polizei Niedersachsen durchgeführt wird, ist uns dieser kleine Fehler bei der redaktionellen Anpassung der Fragen auf das Land S-H unterlaufen.“ Weiterlesen