Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Krähenangriffe: Hitchcock’s „Die Vögel“ auch bei uns in Elmshorn?

2 Kommentare

Vor einer Woche berichtete das Hamburger Abendblatt über Angriffe von Kräheneltern auf Passanten, die sich den Jungtieren genähert hatten. Und ich habe gleich einmal die Wahrscheinlichkeit ausgerechnet, mit der so etwas auch in Elmshorn mit seiner großen Krähenpopulation passieren kann.

Zwei- bis dreimal im Jahr passiert so etwas in Hamburg: Krähen fliegen im Sturzflug auf Passanten nieder und attackieren sie mit Krallen und Schnäbeln. Nicht einmal von der Polizei lassen sie sich davon abhalten, so dass sie letztlich im ausbruchsicheren Käfig abtransportiert werden müssen. Vor einer Woche berichtete das Hamburger Abendblatt über einen solchen Falll: Ein Ehepaar wurde von Krähen angegriffen, weil es sich einem aus dem Nest gefallenen Jungtier genähert hatte, das am Rand des Gehsteigs im Gras kauerte. In der Bildergalerie zum Artikel kann man sehen, dass andere Passanten sich mit einem Regenschirm vor dem wildgewordenen Elterntieren schützen mussten.

Textaufgabe: Wie wahrscheinlich sind Krähenangriffe in Elmshorn?

Gesunde Elterninstinkte in allen Ehren, aber so eine Szenerie wie in Alfred Hitchcock’s „Die Vögel“ ist schon ziemlich gruselig. Das Abendblatt berichtete nun, dass Vorfälle dieser Art in Hamburg bei rund 5.000 Krähenpaaren nur zwei- bis dreimal im Jahr und damit ziemlich selten vorkommen. Also kein Grund zur Panik in der Hansestadt. Doch wie sieht es in Elmshorn aus? Immerhin haben wir hier mit rund 1.000 Brutpaaren auf 50.000 Einwohnern eine deutlich höhere Krähendichte als Hamburg mit seinen knapp zwei Millionen Menschen. Es ist also Zeit für ein bisschen Alltagsmathematik in Form von Textaufgaben, mit der ich mich seit meiner Diagnose Typ-1-Diabetes sonst eigentlich nur beim Berechnen von Kohlenhydraten und Insulineinheiten intensiv beschäftige.

Wird tatsächlich jeder 200. Elmshorner einmal im Jahr Opfer einer Krähenattacke?

Wenn in Hamburg bei einer Krähenpopulation von 5.000 Brutpaaren und einer Einwohnerzahl von 1,8 Millionen zwei- bis dreimal pro Jahr ein Krähenangriff auf Menschen stattfindet, dann sind das etwa 0,007 Angriffe pro Einwohner und Jahr (5.000 geteilt durch 1,8 Millionen mal 2,5). Wenn in Elmshorn 1.000 Brutpaare und 50.000 Menschen leben, wären das theoretisch 0,05 Angriffe pro Einwohner und Jahr 1.000 geteilt durch 50.000 mal 2,5). Sprich: Das Risiko, von einer Krähe attackiert zu werden, ist in Elmshorn mehr als siebenmal so hoch wie in Hamburg, jeder 200. Elmshorner wäre betroffen! Vorausgesetzt, die Elmshorner Krähen reagieren genauso empfindlich, wenn man sich ihren Jungtieren nähert, wie Hamburger Krähen. Und vorausgesetzt, ich habe meine Textaufgabe korrekt gelöst. Wer mag sie einmal überprüfen?

Bis ich Genaueres weiß, verlasse ich mein Haus in Elmshorn vorerst nur mit Helm. Und freue mich über Erfahrungsberichte von Elmshornern, die schon einmal eine Krähenattacke erlebt haben.

2 Kommentare zu “Krähenangriffe: Hitchcock’s „Die Vögel“ auch bei uns in Elmshorn?

  1. Pingback: Kleine Korrektur: Krähen sind doch weit weniger gefährlich! | Elmshorn für Anfänger

  2. Moin. Krähenangriffe in Elmshorn sind nicht sehr wahrscheinlich. Unsere Stadt ist dicht besiedelt, daher ziehen unsere Kleinstadtkrähen hohe Bäume vor. Auch mangelt es uns hier an dichten Gesträuch – selbst im Steindammpark wird der Wildwuchs regelmäßig entfernt.

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