Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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Sowas darf gern wieder stattfinden: Erstes SoFie Festival in Elmshorn

SoFie steht für „Songwriter Festival in Elmshorn“ und hat an diesem Wochenende eine gelungene Premiere gefeiert. Wir waren bei den beiden Auftakt-Konzerten von The Caper und Paint the Clouds im Kranhaus dabei.

Das Blöde und gleichzeitig Schöne an einer kleineren Stadt ist ja, dass sie ein bisschen kleiner ist als eine große Stadt. Das merkt man auch an ihrer Musikszene. Ich bin zwar weit davon entfernt, eine regelmäßige Konzertgängerin zu sein und habe als bekennende Ü-Vierzigerin auch längst den Überblick verloren darüber, wer grad neu und cool ist (wenn ich ihn denn jemals hatte). Aber auch mir fällt es auf, wenn in Elmshorn auf einmal überall Plakate hängen, auf denen für ein ominöses „SoFie“ (das steht kurz für: Songwriter Festival in Elmshorn) geworben wird. Weil es ein zweitägiges Festival, bei dem man mit einem Ticket 9 Bands bzw. Künstler in 5 verschiedenen Locations (Kranhaus, Apollo-Kino, Sparkasse, Nikolai-Kirche und Jim Coffee) sehen kann, einfach nicht oft gibt. Weiterlesen


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Glückstadt? Raa-Besenbek? Immer geradeaus. Warum man meinen Wegbeschreibungen nicht trauen sollte

Ich habe einen grottenschlechten Orientierungssinn. Sogar in Gegenden, in denen ich seit Jahren zu Hause bin, kann ich mich heillos verlaufen. Heute habe ich miese Karmapunkte gesammelt, denn ich habe einem armen Autofahrer in Raa-Besenbek versehentlich eine völlig falsche Wegbeschreibung gegeben.

Ich kann mich nicht erinnern, wo ich heute mit meinen Gedanken war, als ich am frühen Nachmittag eine kleine 5-Kilometer-Laufrunde einlegte. Jedenfalls war ich nur physisch auf der Siethwender Chaussee in Raa-Besenbek Richtung Bullendorf unterwegs, als auf einmal ein Autofahrer neben mit anhielt, um mich nach dem Weg zu fragen. Ein silberfarbener Touran oder ein ähnlich dimensioniertes Gefährt. Der Mann hatte einen glattrasierten Schädel, möglicherweise ein Tatoo im Nacken, sah aber trotzdem nicht unsympathisch aus. Im Fenster seiner Rückbank hing ein schwarzer Anzug mit weißem Hemd und Krawatte in einer Schutzhülle. Offenbar war er zu einem festlichen Termin unterwegs. „Wo geht es hier zu Alten Ziegelei? Bin ich hier richtig?“, fragte er mich. Weiterlesen


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Pfingsten in Elmshorn: Sieg für die Imame im Fußball, und Pfingstochse satt an der Dittchenbühne

An diesem langen Pfingstwochenende ist einiges los in Elmshorn. Am Sonnabend spielten auf dem Sportplatz an der Rudolf-Diesel-Straße Pastoren gegen Imame, und am Sonntag standen die Leute Schlange im Hof der Dittchenbühne, um ein Stück vom Pfingstochsen am Spieß abzubekommen.

Unser diesjähriges Pfingstwochenende sollte im Wesentlichen träge verlaufen: Mein Mann war gerade erst von einem kleinen Segeltörn mit ein paar Kumpels zurückgekehrt und freute sich auf ein bisschen Ruhe zu Hause auf der Terrasse, ohne dass der Boden ständig schaukelt und irgendwo immer eine Leine klönkert. Doch ein kleines bisschen wollten wir doch die Nase in die Welt hinaus stecken. Weiterlesen


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Nachtrag zur LKA-Umfrage: Ach so, der Fragebogen stammte aus Niedersachsen!

Warum fragt das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein, ob ich in meiner Wohnumgebung Reiterstaffeln der Polizei gesehen habe, wenn es im ganzen Land schon lange keine mehr gibt? Weil der Fragebogen aus Niedersachsen stammt…

Nur ein ganz kurzes Update zu meinem letzten Post zur Umfrage des Landeskriminalamtes (LKA) Schleswig-Holstein. Ich war ja neugierig, warum in dem Fragebogen danach gefragt wurde, ob ich in meiner Wohnumgebung in 2014 eine Reiterstaffel der Polizei gesehen habe, obwohl es in ganz Schleswig-Holstein seit geraumer Zeit gar keine Reiterstaffeln mehr bei der Polizei gibt. Also fragte ich bei der Polizei Schleswig-Holstein nach und schickte einen Link zu meinem Blogbeitrag mit. Inzwischen habe ich eine Antwort erhalten: „Sehr geehrte Frau Thiel, vielen Dank für ihr Interesse an unserer Umfrage. Sie haben selbstverständlich recht mit dem Hinweis, dass die Landespolizei Schleswig-Holstein keine Reiterstaffel mehr hat. Da diese Umfrage auch von der Polizei Niedersachsen durchgeführt wird, ist uns dieser kleine Fehler bei der redaktionellen Anpassung der Fragen auf das Land S-H unterlaufen.“ Weiterlesen


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Graue Erbsen: Also ab und zu darf es auch mal was Deftiges sein…

Zum Glück wird die Elmshorner Spezialität nicht mehr nur am Faschingsdienstag serviert: Gestern Abend konnte ich im Restaurant Marone in Sparrieshoop zusammen mit meinem Mann erstmals graue Erbsen essen. Mein Fazit: Das Essen liegt trotz Schnaps etwas schwer im Magen, schmeckt aber durchaus lecker.

Anders als befürchtet, habe ich in diesem Jahr also nicht das traditionelle Elmshorner Graue-Erbsen-Essen verpasst. Während ich mit meinem Sohn einen kleinen Städteurlaub in Barcelona verbrachte, hatte mein Mann zum Glück einen Tisch im Gasthaus Marone in Sparrieshoop reserviert, wo auch am Sonnabend der Faschingswoche noch Graue Erbsen serviert wurden. Es war mein erster Besuch in diesem Restaurant (und abgesehen von ein paar Rennrad-Trainings, die mich über den Forst Sibirien auch durch Sparrieshoop geführt haben, wohl auch mein erster Besuch in dieser kleinen Gemeinde), und ich wunderte mich zunächst, warum das Restaurant von der einen Straßenseite den Namen „Kastanie“ und von der anderen Straßenseite den Namen „Marone“ trägt. Wie uns die nette Kellnerin erklärte, hatte die Vorbesitzerin des Lokals in der einen Seite (Kastanie) den Festsaal und die Kneipe für die Raucher untergebracht und den anderen Teil des Lokals, in dem das Restaurant untergebracht ist, aufwändiger renoviert und ihm den etwas edleren Titel „Marone“ verpasst. Weiterlesen


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Barcelona statt Elmshorn – Tapas statt graue Erbsen!

Weil ich derzeit ein paar Urlaubstage in Barcelona verbringe, verpasse ich schon wieder das traditionelle Elmshorner Graue-Erbsen-Essen. Zum Glück haben mir meine Blog-Leser geholfen: mit einem Rezept für graue Erbsen zum Selberkochen und mit Infos zu Restaurants, in denen das Elmshorner Spezialgericht auch am Sonnabend noch serviert wird, wenn ich wieder da bin. Weiterlesen


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Dave Davis im Elmshorner Stadttheater: Afrodisierender Balsam für meine Multikulti-Seele

Mein erster Besuch im Elmshorner Stadttheater war nach beinahe drei Jahren in dieser Stadt überfällig. Das Programm „Afrodisiaka“ des Comedians Dave Davis war dann auch ein echter Glücksgriff – und nach einem Tag voller anstrengender Diskussionen zum Thema Flüchtlingshilfe auch willkommenes Kontrastprogramm.

Eigentlich gibt es eher wenige Comedians, die mich so richtig zum Lachen bringen. Ganz sicher war ich mir deshalb nicht, ob mir Dave Davis mit seinem Programm „Afrodisiaka“ gefallen würde, als ich die Karten für mich und meinen Sohn besorgte. Doch die Ankündigung auf der Seite des Elmshorner Stadttheaters klang witzig, außerdem hatte ich dem Theater bislang noch keinen Besuch abgestattet und wollte dringend etwas an diesem Zustand ändern. Die Tatsache, dass Davis 2010 den „Goldenen Arsch mit Ohren“ im Rahmen des internationalen Kleinkunstfestivals in Koblenz überreicht bekommen hat, weckte dann endgültig mein Vertrauen und ich besorgte Karten. Weiterlesen


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Erster Einsatz als Willkommenshelfer: Was ein bisschen Dolmetschen bewirken kann…

Ich verstehe und spreche Persisch, die Erzieherinnen einer Elmshorner Kita aber nicht. Sie können sich deshalb nicht mit den Eltern eines kleinen iranischen Mädchens verständigen, das seit einigen Monaten die Kita besucht. Ich habe daher bei einem Elterngespräch einfach ein bisschen für beide Seiten gedolmetscht – so einfach kann das Ehrenamt als Willkommenshelfer sein!

Bislang war das Elmshorner Willkommensteam für Flüchtlinge noch nicht praktisch im Einsatz. Bei unseren ersten Treffen waren wir damit beschäftigt, die aktuelle Rechtslage und verschiedene Hilfsangebote für Flüchtlinge kennen zu lernen, außerdem machten wir uns Gedanken über unsere Vernetzung untereinander und die Homepage unserer Gruppe, die mittlerweile übrigens freigeschaltet ist. Doch so langsam scharrten alle Mitglieder des Teams unruhig mit den Hufen: Wir haben uns doch eigentlich zusammengefunden, um Flüchtlingen ganz konkret in ihrem Alltag in Elmshorn zu helfen! Weiterlesen


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„Auszeit am See“ neu eröffnet: Das war ein vielversprechender Start!

Ein halbes Jahr lang war das Restaurant am Rande des Steindammparks verwaist, jetzt gibt es dort täglich bis 23 Uhr leckere italienische Küche. Das Buffet zur Eröffnung am 23. Januar 2015 konnte sich jedenfalls sehen lassen.

Nur durch Zufall bin ich gestern früh bei der Zeitungslektüre darauf aufmerksam geworden, dass am Abend das Restaurant „Auszeit am See“ mit einem neuen Konzept eröffnet. In der Vergangenheit hatten mein Mann und ich leider bei jedem Versuch, dort zu Abend zu essen, vor verschlossenen Türen gestanden. Nach zwei misslungenen Anläufen hatten wir die Auszeit einfach nicht mehr auf dem Schirm – auch wenn wir das Integrationsprojekt des vorigen Betreibers unterstützenswert fanden, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam den Restaurantbetrieb aufrecht erhielten. Weiterlesen


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Graue-Erbsen-Essen 2015: Auch dieses Jahr wird es bei mir leider nichts!

Einer meiner festen Elmshorn-Vorsätze für 2015 lautete: Dieses Jahr werde ich endlich einmal zum Graue-Erbsen-Essen gehen, damit ich mitreden kann, wenn es um diese uralte Elmshorner Tradition geht. Und dann war ich so leichtsinnig, just für die Faschingswoche einen Urlaub zu buchen.

Seit meinem Umzug nach Elmshorn im Mai 2012 ist mir jedes Jahr im Februar ein für Zugezogene merkwürdig anmutendes Lokal-Event aufgefallen: das Graue-Erbsen-Essen. Ursprünglich fand es nur am Faschingsdienstag statt, inzwischen haben viele Elmshorner Restaurants aufgrund der Beliebtheit dieses Termins ihr Graue-Erbsen-Angebot auf die gesamte Faschingswoche ausgedehnt. Auf der Internetseite des mittlerweile geschlossenen Elmshorner Schützenhofes kann man nachlesen, dass zu diesem Anlass jährlich ungefähr sechs Tonnen Hülsenfrüchte in Elmshorn verarbeitet werden. Alle Achtung. Weiterlesen