Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.


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Ich wünsche mir weiße Weihnachten – ein unverhofftes Schneefest in Elmshorn

Ein Berg aus 40 Kubikmetern Kunstschnee, ein großer Bottich Früchtepunsch, 7 Kilo Kekse, ein ganzer Garten voll Fernseh-, Radio- und Zeitungsjournalisten ­ – und drei syrische Flüchtlingskinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben im Schnee tollen.

Eigentlich wollte ich längst im Weihnachtsurlaub sein. Sowohl physisch als auch mental. So sehr ich meine ehrenamtliche Arbeit für das Willkommensteam für Flüchtlinge in Elmshorn auch liebe – für die Weihnachtsferien wollte ich mich einmal ausklinken und ganz andere Dinge denken und tun. So richtig geklappt hat das bislang allerdings noch nicht. Denn vorgestern rief mich am späten Nachmittag meine Willkommensteam-Kollegin Conny an, die Anrufe auf unser Vereinshandy beantwortet. „Ich habe hier noch eine total lustige Geschichte, die muss unbedingt noch auf unsere Homepage!“ Familie Holstenberg aus Elmshorn habe eine LKW-Ladung Schnee in einem Gewinnspiel gewonnen und wolle damit in ihrem Garten ein Schneefest veranstalten, zu dem sie auch Flüchtlinge einladen wollen. Und der beste Weg, Flüchtlinge zu erreichen, sei doch wohl über die Helfer in unserem Team, die hoffentlich auch kurz vor Weihnachten noch täglich auf unsere Homepage schauen. Weiterlesen


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Mehr Licht und weniger Gebüsch: Schluss mit Problemzonen in Elmshorn

In der Lokalpresse wurde schon mehrfach über Patricia Capurso und ihr Engagement gegen dunkle „Angst-Orte“ in Elmshorn berichtet. Die Berichte haben mich neugierig gemacht, also habe ich mich selbst auch einmal mit ihr getroffen. Bei einem langen Spaziergang durch Elmshorn unterhielten wir uns über unheimliche Ecken in Elmshorn und über Freud und Leid des Ehrenamts.

Wer als Berufspendler sein Auto auf dem Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof abstellt, der kennt den schmalen gepflasterten Weg, der von der Parkpalette hinter Holz Junge zu den Gleisen führt. Ein bisschen „ab vom Schuss“, im Sommer vom angrenzenden Gebüsch in der Böschung dicht bewachsen. Und genau das war das Problem – zumindest bis Patricia Capurso (24) sich der diversen „Angst-Orte“ in Elmshorn angenommen hat. Patricia selbst spricht allerdings lieber von „Problemzonen“, weil das ein bisschen witziger klingt – und weil ein Problem schließlich eine Sache ist, die man auch lösen kann. Indem man Büsche zurückschneidet, defekte Lampen ersetzt oder neue Lampen aufstellt. Weiterlesen


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Gute Investition in den Sport: Einweihung der neuen EMTV-Sporthalle

Der Sportbetrieb in der neuen Halle des EMTV läuft bereits seit ein paar Wochen, nun wurde das Bauwerk auch offiziell an den Verein übergeben und feierlich eingeweiht. Unter Politikern und Honoratioren ist man sich einig: Gut, dass der EMTV an seinem Standort im Stadtkern von Elmshorn geblieben und nicht an den Stadtrand abgewandert ist.

Mitte Oktober flatterte mich ziemlich unverhofft eine Einladung der EMTV-Geschäftsstelle ins Haus. Die neue Sporthalle, deren Baufortschritte ich im Frühjahr und Sommer immer mal beobachtet hatte, wenn ich donnerstags mit meinem Laufkurs auf dem Sportplatz am Koppeldamm trainierte, sollte feierlich mit Ehrengästen und Sekt eingeweiht werden. So ganz war mir nicht klar, was mir die Ehre dieser Einladung verschafft hatte, immerhin hatte mein Mann (der anders als ich tatsächlich Mitglied im EMTV ist) keine solche Einladung erhalten. Doch ich bildete mir einfach mal frech ein, dass mein Elmshornblog mittlerweile fester Bestandteil der Lokalpresse ist und ich deshalb auf der Einladungsliste stand. Wozu auch fragen, wenn man so nett zum Klimpern mit Sektkelchen eingeladen wird? Weiterlesen


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Energiewende statt Fracking: Diskussion am 18.11.15 auf dem Hof Dannwisch

Aufmerksame Blogleser wissen bereits, dass ich die Aktivitäten der Bürgerinitiative Frackingfreies Auenland verfolge und mich beinahe auch selbst darin mitgewirkt hätte…

… wenn nicht… ja, wenn nicht manches anders gelaufen und ich schlussendlich im Willkommensteam für Flüchtlinge mein Ehrenamt gefunden hätte, für das ich mich mit ganzem Herzen einsetzen möchte. Weiterlesen


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Einspruch! Der Treppenabsatz vor meinem Haus ist keine Kleider-Sammelstelle!

Vor ein paar Tagen standen morgens auf einmal zwei große blaue Ikea-Taschen voller Kleidung vor meiner Haustür. Einfach kommentarlos abgestellt, ohne dass jemand geklingelt hätte. Sicher gut gemeint, aber trotzdem ziemlich befremdlich, finde ich.

Vor ein paar Wochen – genauer gesagt am 22. Oktober 2015 – bin ich zur neuen Vorsitzenden des Willkommensteams für Flüchtlinge Elmshorn e. V. gewählt worden. Ich hatte an dieser Stelle ja schon mehrfach über unser Team und seine verschiedenen Aktionen berichtet. Nun scheinen viele Menschen mit dem Stichwort „Flüchtlingshilfe“ vor allem das Ausmisten ihrer Kleiderschränke zu verbinden: „Die Flüchtlinge brauchen ja was zum Anziehen – und in meinem Schrank wollte ich sowieso längst mal Platz für neue Käufe schaffen!“ So in etwa scheinen die Gedankengänge bei vielen abzulaufen. Es stimmt natürlich: Die Flüchtlinge brauchen Kleidung, gar keine Frage. Am Hamburger Hauptbahnhof sieht man nicht selten gestrandete Flüchtlinge ganz ohne Schuhe herumlaufen, und das bei den aktuellen Temperaturen. Hier muss geholfen werden, und dafür braucht es Spenden aus der Bevölkerung. Weiterlesen


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Theaterausflug in eine fremde Stadt: „Die fremde Stadt“ im Forum Theater Pinneberg

Seit ich in Elmshorn wohne, ist Pinneberg ungefähr das, was Norderstedt für mich war, als ich noch in Hamburg-Langenhorn lebte: Terra incognita. Gestern Abend habe ich einmal eine Ausnahme gemacht und mir die gelungene Premiere des Stückes „Die fremde Stadt“ im Forum Theater Pinneberg angeschaut.

Ich habe Vorurteile gegenüber Pinneberg. Nicht nur wegen der eigentümlichen Art, wie Menschen von dort Auto fahren, sondern auch, weil Pinneberg bei meinen Recherchen nach einem schönen und bezahlbaren Eigenheim im Hamburger Speckgürtel nicht so gut abgeschnitten hat. Es hat mich dann bekanntlich nach Elmshorn verschlagen, und ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Pinneberg hatte von mir den Stempel „gesichtslose Schlafstadt“ aufgedrückt bekommen, so wie einst Norderstedt, als ich noch in Hamburg-Langenhorn wohnte. Eine Stadt, die zwar direkt nebenan liegt, aber die man doch einfach weitgehend ignoriert.

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Happy birthday, mein liebes Elmshorn-Blog!

Genau heute vor einem Jahr habe ich meinen ersten Blogbeitrag hier unter dem Titel „Elmshorn für Anfänger“ veröffentlicht. Ich muss sagen, dass dieses Blog mit dazu beigetragen hat, dass ich vielleicht gar kein so blutiger Elmshorn-Anfänger mehr bin. Denn was auch immer ich mir hier in dieser Stadt anschaue oder erlebe, ich habe nun immer im Hinterkopf, dass sich daraus vielleicht ein Blogbeitrag machen ließe. Und dann schaue ich automatisch ein wenig wacher, neugieriger hin und frage vorsichtshalber einmal mehr nach, um was es eigentlich geht. Im vergangenen Jahr habe ich mich sehr über die positive Resonanz auf mein Blog gefreut und bedanke mich bei meinen Lesern, dass sie hier regelmäßig vorbeischauen. Ich verspreche euch: Ich habe noch jede Menge Ideen für Themen, die ich hier im nächsten Jahr aufgreifen möchte. 🙂

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Was wird denn nun aus dem Elmshorner Hallenbad?

Seit ein paar Tagen brodelt die Gerüchteküche in Elmshorn: Wird das seit Mai 2015 geschlossene Hallenbad am Ende überhaupt nicht mehr seine Türen öffnen und ganz abgerissen, um einem Neubau zu weichen? Und wer soll das alles bezahlen?

Das Elmshorner Hallenbad ist nun schon seit beinahe fünf Monaten geschlossen. Ende Mai war eine Besucherin auf seltsame schwarze Teerbrocken aufmerksam geworden, die zwischen den Fugen des großen Beckens hervorquollen. Zunächst hieß es, man werde die Funde untersuchen, das Becken sanieren und dann nach der Sommerpause wieder eröffnen. Vergangenen Mittwoch war in den Elmshorner Nachrichten dann allerdings eine Hiobsbotschaft zu lesen: „Hallenbad Elmshorn – Nicht vor 2017 wieder offen“ Die Mängel an der technischen Einrichtung seien so groß und die Sanierung so teuer (in dem Artikel ist von 4 Millionen allein für die Instandsetzung die Rede), dass in der Politik sogar über einen möglichen Neubau diskutiert werde. Weiterlesen


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Spezialgebiet der Dittchenbühne: Blinden Respekt vor Obrigkeiten auf die Schippe nehmen

Am 3. Oktober habe ich mir zusammen mit meinem Mann das Stück „Der Revisor“ in der Dittchenbühne angeschaut. Und ich muss sagen: toll gespielt und toll inszeniert!

Das Forum Baltikum (bei den meisten Elmshornern immer noch besser unter dem alten Namen „Dittchenbühne“ bekannt) ist eine ganz besondere Einrichtung. Ursprünglich von Vertriebenen aus Ostpreußen gegründet, die damit ihr kulturelles Erbe lebendig halten wollten, schwelgen die Aktiven der Einrichtung heute längst nicht mehr nur in der Vergangenheit. Vielmehr schlagen die Schauspieler in ihren Stücken Brücken zu den Menschen in den baltischen Staaten – zum Beispiel, indem sie nach ihren Theateraufführungen hier in Elmshorn regelmäßig auf eine zweiwöchige Tournee durch Estland, Lettland, Litauen, Polen und Russland gehen. Demnächst heißt es für die Laientruppe wieder „Koffer packen“, denn dann stehen lange Busfahrten und etliche Aufführungen im Osten an. Weiterlesen


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Sowas darf gern wieder stattfinden: Erstes SoFie Festival in Elmshorn

SoFie steht für „Songwriter Festival in Elmshorn“ und hat an diesem Wochenende eine gelungene Premiere gefeiert. Wir waren bei den beiden Auftakt-Konzerten von The Caper und Paint the Clouds im Kranhaus dabei.

Das Blöde und gleichzeitig Schöne an einer kleineren Stadt ist ja, dass sie ein bisschen kleiner ist als eine große Stadt. Das merkt man auch an ihrer Musikszene. Ich bin zwar weit davon entfernt, eine regelmäßige Konzertgängerin zu sein und habe als bekennende Ü-Vierzigerin auch längst den Überblick verloren darüber, wer grad neu und cool ist (wenn ich ihn denn jemals hatte). Aber auch mir fällt es auf, wenn in Elmshorn auf einmal überall Plakate hängen, auf denen für ein ominöses „SoFie“ (das steht kurz für: Songwriter Festival in Elmshorn) geworben wird. Weil es ein zweitägiges Festival, bei dem man mit einem Ticket 9 Bands bzw. Künstler in 5 verschiedenen Locations (Kranhaus, Apollo-Kino, Sparkasse, Nikolai-Kirche und Jim Coffee) sehen kann, einfach nicht oft gibt. Weiterlesen