Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Gute Investition in den Sport: Einweihung der neuen EMTV-Sporthalle

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Der Sportbetrieb in der neuen Halle des EMTV läuft bereits seit ein paar Wochen, nun wurde das Bauwerk auch offiziell an den Verein übergeben und feierlich eingeweiht. Unter Politikern und Honoratioren ist man sich einig: Gut, dass der EMTV an seinem Standort im Stadtkern von Elmshorn geblieben und nicht an den Stadtrand abgewandert ist.

Mitte Oktober flatterte mich ziemlich unverhofft eine Einladung der EMTV-Geschäftsstelle ins Haus. Die neue Sporthalle, deren Baufortschritte ich im Frühjahr und Sommer immer mal beobachtet hatte, wenn ich donnerstags mit meinem Laufkurs auf dem Sportplatz am Koppeldamm trainierte, sollte feierlich mit Ehrengästen und Sekt eingeweiht werden. So ganz war mir nicht klar, was mir die Ehre dieser Einladung verschafft hatte, immerhin hatte mein Mann (der anders als ich tatsächlich Mitglied im EMTV ist) keine solche Einladung erhalten. Doch ich bildete mir einfach mal frech ein, dass mein Elmshornblog mittlerweile fester Bestandteil der Lokalpresse ist und ich deshalb auf der Einladungsliste stand. Wozu auch fragen, wenn man so nett zum Klimpern mit Sektkelchen eingeladen wird?

Offizielle Schlüsselübergabe mit Politikern und Honoratioren

Am gestrigen Abend war in der neuen Halle dann so einiges an Lokal- und Regionalprominenz versammelt: Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, Stadtrat Dirk Moritz, Landrat Oliver Stolz vom Kreis Pinneberg, der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst-Dieter Rossmann, seine Parteifreundin Beate Raudies, Wolfgang Bär vom Landessportverband Schleswig-Holstein, dazu altgediente EMTV-Ehrenmitglieder, die sich noch an den Bau der nun abgerissenen alten Halle erinnern konnten, und der leitende Architekt mit dem schönen Namen Dirk Buddelmann, der dem EMTV ganz offiziell den Schlüssel für die fertige Sportanlage überreichte. Und als EMTV-Vize Uwe Altemeier nach der Begrüßung der diversen Honoratioren auch „Antje Thiel vom Willkommensteam für Flüchtlinge“ explizit ansprach, da wusste ich endlich auch, in welcher Funktion man mich zu der Feier eingeladen hatte. 🙂

Sport hilft bei der Integration von Flüchtlingen

Sport eignet sich hervorragend zur Integration von Neubürgern aus anderen Kulturkreisen, das war die Botschaft des EMTV, und ich freue mich sehr, dass Uwe Altemeier dies gestern Abend so deutlich herausgestellt hat. Trotzdem gibt es Barrieren, die Flüchtlinge davon abhalten, in den EMTV einzutreten und Sport zu treiben. Diese Barrieren können ganz banal sein: So müssen Menschen, die es nach ihrer Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten nach Elmshorn verschlagen hat, erst einmal wissen, dass es in ihrer neuen Heimatstadt Sportvereine gibt. Welche Sportarten dort angeboten werden. Wie man trotz Verständigungsschwierigkeiten Zugang zu diesen Angeboten findet. Was die Mitgliedschaft kostet, ob es Zuschüsse gibt. Und dass sie als „Fremde“ im Verein tatsächlich willkommen sind. Im Willkommensteam für Flüchtlinge haben wir deshalb vor Kurzem eine Sport-AG gegründet, die als genau diese Schnittstelle zwischen Flüchtlingen und Sportvereinen fungieren will. Die gestrige ausdrückliche Erwähnung macht einmal mehr Hoffnung, dass das tatsächlich ein erfolgreiches Projekt werden könnte!

Bei der alten Halle hatten alle Vereinsmitglieder selbst mit angepackt

Doch zurück zur neuen EMTV-Sporthalle. Als noch relative frische Elmshornerin habe ich keine eigenen Erinnerungen an die alte Halle. Weder habe ich als Kind oder Jugendliche selbst darin Sport getrieben, noch habe ich sie mit eigenen Händen aufgebaut. Ja, ihr habt richtig gelesen: mit eigenen Händen aufgebaut. Denn die alte Halle, die im Frühjahr 2013 abgerissen wurde, war tatsächlich eine echte Gemeinschaftsleistung aller EMTV-Mitglieder. Wer handwerklich geschickt war, packte mit an, buddelte und mauerte. Wer zwei linke Hände, aber eine volle Brieftasche hatte, rückte ein paar Scheine für die Beschaffung von Baumaterialien heraus. Was dabei herauskam, galt bei seiner Einweihung 1964 vielen als die „schönste Sporthalle Norddeutschlands“. Kein Wunder, dass insbesondere unter den älteren EMTV-Mitgliedern manch einer der alten Halle auch ein wenig hinterhertrauerte.

Moderne, teilbare Zweifeldhalle dürfte auch Skeptiker überzeugen

Doch ich denke, die neue Sporthalle dürfte auch Skeptiker bald überzeugen. Im Jahre 2015 ist es angesichts verschärfter Bauvorschriften zwar nicht mehr möglich, dass jedes Vereinsmitglied ein bisschen mitbaut oder hier und da ein paar Kabel verlegt. Doch die Investition von 5,5 Millionen Euro hat sich ganz sicher gelohnt. Der EMTV verfügt nun über eine moderne teilbare Zweifeld-Halle mit integriertem Gymnastikraum, eine Vereinsgastronomie mit tollen Panoramafenstern zum Sportplatz, Umkleiden für die Außensportplätze sowie im Obergeschoss die Büroräume für die Verwaltung. Im Verlauf des gestrigen Abends hob sich dann die Trennwand in der neuen Halle und gab den Blick auf die gesamte Sporthalle frei. Es folgten Darbietungen etlicher Sportsparten des EMTV, darunter Basketball, Volleyball, Turnen und Fechten.

Gut, dass der EMTV auf dem zentral gelegenen Gelände am Koppeldamm bleibt!

All das wird auch weiterhin auf dem angestammten Gelände am Koppeldamm stattfinden. Mir war zuvor gar nicht bekannt gewesen, dass die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren auch einen Umzug an den Stadtrand erwogen hatten. Möglicherweise wäre es kostengünstiger gewesen, das Grundstück am Koppeldamm zu verkaufen und stattdessen am Stadtrand neu zu bauen. Entsprechend lange wurde bei der Planung auch um die Finanzierung der neuen Halle gerungen. Doch auch in meinen Augen ist es gut und sinnvoll, dass der größte Sportverein der Stadt seine Sportstätten im Stadtkern unterhält, wo auch Kinder und Jugendliche (und auch alle anderen, die kein Auto fahren) sie gut mit dem Fahrrad erreichen können. Sport hält gesund und stärkt die sozialen Kompetenzen, wie viele der gestrigen Redner immer wieder betonten. Und genau deshalb muss ein Sportverein Angebote machen, die niedrigschwellig sind, wie es auf Neudeutsch so schön heißt. Damit alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Alter oder sozialer/kultureller Herkunft sie leicht wahrnehmen können. So wie ich es sehe, unternimmt der EMTV die richtigen Schritte, um diesem Auftrag gerecht zu werden.

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