Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Lokales Craftbeer vom Brewing Pack auf dem Vormarsch: Elmshorner Blondes ist jetzt im Verkauf!

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Das lange Warten hat ein Ende – seit diesem Wochenende kann man das neue Craftbeer „Elsmhorner Blondes“ nicht nur im Ausschank im Broderick, sondern auch flaschenweise kaufen. Ich habe die Macher von der kleinen Brauerei „Brewing Pack“ heute beim Edeka Hayunga getroffen.

Schon im Juni konnte man in den Elmshorner Nachrichten lesen, dass es nach 100 Jahren Pause in Elmshorn endlich wieder eine eigene Brauerei gibt, die in Kürze damit starten will, ihr Craftbeer im Broderick auszuschenken und über Edeka Hayunga zu vertreiben. Da ich natürlich immer auf der Suche nach spannenden lokalen Themen bin, fragte ich bei meinem nächsten Einkauf bei Edeka gleich einmal nach, wann es das neue Bier denn zu kaufen gibt. Man erklärte mir, das hätte vielleicht besser noch nicht in der Zeitung gestanden, weil in Sachen Vertrieb noch längst nicht alles geklärt sei. Doch wenn es soweit sei, dann wolle man auf jeden Fall eine Sonderfläche mit dem Bier bestücken, damit man die Neuheit auf keinen Fall verpasst. Und dann – passierte eine ganze Weile erst einmal nichts. Zumindest nicht, was den Verkauf in Flaschen angeht.

Ein kräftiges, hopfiges Bier, das prima zu einem deftigem Essen passt

Doch gestern, als ich kurz in den Edeka Hayunga hüpfe, um mir ein paar Hähnchenschenkel für unser Abendessen zu besorgen, die ich mit hausgemachtem Rotkohl zubereiten wollte, da war die lang angekündigte Sonderfläche auf einmal da. Ein großer Stapel Bierkisten voller Flaschen mit „Elmshorner Blondes“. Mit 2,99 Euro für eine Flasche von 0,33 Litern ist das Craftbeer zwar kein Schnäppchen, aber natürlich war ich neugierig und konnte mir das Bier auch gut zu meinen Hähnchenschenkeln mit Rotkohl vorstellen. Und tatsächlich – das Bier schmeckte gut! Recht kräftig und herb, im Glas kommt es naturtrüb daher, zu deftiger Kost nicht schlecht. Um es einfach so nach Feierabend zu trinken, ist es mir vielleicht ein bisschen zu hopfig-herb. Und Achtung: Mit 5,5 Prozent Alkohol hat das Bier ganz ordentlich Umdrehungen… Ich war deshalb recht froh, dass wir nach dem Abendessen bei unserem Tanzkurs (in der Tanzschule Leseberg in Pinneberg) keinen Wiener Walzer trainiert haben. Da hätten sich die Bier-Umdrehungen nicht so gut mit den Walzer-Umdrehungen vertragen…

Bier-Talk mit den Machern vom Brewing Pack im Edeka Hayunga

Jedenfalls wurde ich über Facebook dann darauf aufmerksam, dass der offizielle Launch des Bierverkaufs bei Edeka Hayunga eigentlich erst heute stattfinden sollte. Ab 10 Uhr, so war zu lesen, wollten die Macher des Elmshorner Blonden an der Sonderfläche zugegen sein. Prima – denn schließlich habe ich in den vergangenen Wochen mein Blog ein wenig schleifen lassen und hatte Lust, endlich mal wieder etwas über das lokale Stadtgeschehen zu schreiben. Mein Mann Christoph und ich stürzten uns also in den Samstagstrubel und freuten uns darauf, das Brewing Pack kennen zu lernen. Tatsächlich waren die beiden Macher des Brewing Pack, Lutz Dinklage und Thomas Pollum, zusammen mit der echten „Elmshorner Blonden“ an der Sonderfläche zu finden, und wir kamen sogleich nett ins Gespräch.

Individuell komponierte Rohstoffe und deutlich mehr Muße als im Industriebetrieb

Ich erfuhr, dass die für mich geeignete Sorte vermutlich „Dark deep Sea“ ist, weil ich mein Bier gern ein bisschen mild-würziger mag (und zum Beispiel ganz gern Dithmarscher Dunkel trinke). Wir lernten, dass man in der Craftbeer-Kunst kreative Kompositionen aus Aromahopfen und Röstmalz braut – und wer sich einmal ein wenig mit dieser Kunst beschäftigt hat, der mag vermutlich kein industriell gefertigtes Bier mehr trinken. Das erinnerte mich ein wenig an unsere Besuche bei der Kaffeerösterei Cupbeans, wo ja ebenfalls mit individuell komponierten Rohstoffen und deutlich mehr Muße gearbeitet wird als in einer industriellen Rösterei. Wer diese Arbeit handwerklich betreibt und ernst nimmt, der benötigt dann eben auch mehr und hochwertigere Rohstoffe – und vor allem mehr Zeit als ein Industriebetrieb. Was dann die höheren Preise erklärt.

Rezepturen, Testen, Brauen und Vertrieb im Nebenberuf

Derzeit brauen Thomas und Lutz nur nebenberuflich Bier. Die Brauereitanks finden sich in einem Anbau im Hinterhof eines Einfamilienhauses in der Langelohe. Dort laufen alle Fäden zusammen, was Rezepte, Tests und natürlich auch den Vertrieb angeht. Und der ist für eine kleine Privatbrauerei gar nicht so einfach zu organisieren. Die Mehrwegflaschen für das Elmshorner Blonde etwa sind Standardflaschen, die von einem Zulieferer stammen und überall zurückgegeben werden können. Die Bierkisten, die aktuell beim Edeka Hayunga hochgestapelt auf der Sonderfläche stehen, sind mit dem Logo des Brewing Pack bedruckt und können nicht beliebig in den Mehrwegkreislauf zurückgegeben werden, sondern müssen ihren Weg wieder zurück zum Brewing Pack finden.

Bierbraukurse und ein Craftbeer-Dinner für alle, die mehr wissen wollen

Aktuell kann man das Elmshorner Blonde bei Edeka Hayunga kaufen, während die drei anderen Sorten Whale Ale, No. I und Dark deep Sea bei der Weintafel im Bauerweg erhältlich sind. „Das passt erstaunlich gut“, erzählte uns Thomas, „denn bei einem Weinhändler werden die Kunden ja auch beim Wein gut beraten, was Aromen und Geschmacksnuancen angeht.“ Wer mehr über handwerkliche Bierbraukunst lernen möchte, kann übrigens auch Braukurse beim Brewing Pack besuchen oder (wenn er nicht selbst handwerken möchte) das 5. Elmshorner Craftbeer-Dinner am 24. Februar 2018 besuchen, für das ein Spitzenkoch im Elmshorner Restaurant „Mercator“ das Essen gezielt auf die servierten Biersorten abstimmen wird. Also ich habe mir den Termin schon einmal vorgemerkt – mal schauen, wer sich mir anschließen mag, denn mein Mann Christoph trinkt überhaupt keinen Alkohol und wird vermutlich nicht mitkommen wollen. 🙂

Es gibt in Elmshorn eine kleine Craftbeer-Szene aus 9 privaten Bierbrauern!

Doch ich habe heute im Gespräch mit Thomas und Lutz noch eine weitere spannende Sache erfahren: Wusstet ihr, dass es hier in Elmshorn etwa 9 private Bierbrauer gibt, die eigene Sorten kreieren und sich in gewissen Abständen bei Steak und Burgern treffen, um sich auszutauschen und Craftbeer zu trinken? Bei so einem Treffen würde ich ja zu gern einmal Mäuschen spielen… Doch erst einmal habe ich mir vorgenommen, bei der Weintafel vorbeizuschauen und mit ein paar Flaschen Dark deep Sea zu besorgen. Heute jedenfalls sind noch einmal zwei Flaschen Elmshorner Blondes in unserem Kühlschrank eingezogen. Prost!

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