Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Radausfahrt am Deich – heute mal zum Pinnausperrwerk

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Seit ich im Frühjahr regelmäßig für den einen oder anderen Triathlon trainiere, weiß ich sehr zu schätzen, dass man in Elmshorn nicht lange durch den Stadtverkehr tingeln muss, bis man mit dem Rennrad tolle, nahezu autofreie Strecken fahren kann.

In meinem Kalender ist der 16. Juli 2016 fett eingetragen: Da werde ich zum mittlerweile vierten Mal beim Hamburger Triathlon in der Sprintdistanz antreten. 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen sind zwar keine unmenschlichen Distanzen, aber ein bisschen Training erfordern sie trotzdem. Angesichts des tollen frühsommerlichen Wetters heute – und vor allem nach dem gemeinen erneuten Wintereinbruch vergangene Woche – beschlossen mein Mann Christoph und ich, uns endlich mal wieder auf’s Rennrad zu schwingen.

Heute war Eröffnung der Fähre Kronsnest – mit entsprechendem Andrang

Unsere heutige Tour führte uns zunächst von der Westerstraße aus zum Krückaudeich. Vorbei am Vereinsheim des Wassersportvereins, am Deich entlang über die kleine Straße mit dem schönen Namen „Katastrophenweg“ bis nach Seester. Dort wollten wir eigentlich der Fähre Kronsnest einen Besuch abstatten, die genau heute am 1. Mai ihren Fährbetrieb wieder aufgenommen hatte. Die allerkleinste Fähre Deutschlands übrigens, bei der man mit einem kleinen Ruderboot über die Krückau gefahren wird. Ich habe im vergangenen Jahr schon einmal über diese Kuriosität berichtet. Heute war aufgrund der feierlichen Eröffnung allerdings ein derartiger Andrang, dass wir lieber Richtung Krückausperrwerk weiterfuhren anstatt uns ins Getümmel zu stürzen.

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Keine Autos, viele Schafe – am Deich entlang zum Pinnausperrwerk

Kurz vor dem Krückausperrwerk entschlossen wir uns erstmals, links in Richtung Pinnausperrwerk abzubiegen. Für alle weniger Ortskundigen: Die Pinnau ist das Flüsschen, dem Pinneberg seinen Namen verdankt, und die ein wenig weiter stromaufwärts von der Krückau ebenfalls in die Elbe mündet. Und ebenso wie die Krückau wird auch der Wasserstand der Pinnau kurz vor ihrer Mündung mit einem Sperrwerk reguliert. Die Strecke am Deich entlang ist einfach klasse: keine Autos, relativ gut asphaltiert, und immer gesäumt von Schafen aller Größen und Altersklassen, die Radfahrern schon von weitem entgegenblöken. An den Schafdung auf dem Weg gewöhnt man sich rasch, der stört auch längst nicht so sehr beim Fahren wie versteckte Schlaglöcher auf manch anderen Strecken.

Rennradfahrer grüßen nur Rennradfahrer – ich grüße auch Trekkingradler

Nachdem wir das Pinnausperrwerk passiert hatten, hielten wir uns links und fuhren am Pinnaudeich in Richtung Uetersen weiter. Hier stehen fast noch eindrucksvollere Wohnhäuser, zum Teil mit Reet gedeckt, die sich an Deich schmiegen und ein sehr idyllisches Bild abgeben. Wir begegneten sehr vielen anderen Rennradfahrern und auch vielen anderen Menschen, die auf einer Radtour unterwegs waren. An die ungeschriebene Regel, dass Rennradfahrer nur andere Rennradfahrer grüßen, Radler auf Trekkingrädern aber geflissentlich ignorieren, hielt ich mich mal wieder nicht. Ich finde das extrem affig, doch einer solchen gewissen Arroganz begegnet man ja leider häufiger im Sport. Zumindest ein kleines Lächeln oder aufmunterndes Nicken kann man doch allen Radlern schenken – ob sie nun auf ultrasportlichen oder auf Tourenrädern mit Einkaufskorb unterwegs sind…

Unfreiwilliger Abstecher nach Uetersen – und längst fälliger Besuch im Rosarium

Eigentlich hatten wir in Klevendeich wieder über die Brücke auf die andere Pinnauseite wechseln wollen, damit wir über Neuendeich Richtung Seester und dann nach Hause fahren konnten. Doch leider war die Brücke wegen einer Baustelle gesperrt – was nicht nur uns, sondern auch anderen Rennradlern ein kleines bisschen „die Tour vermasselte“. Also führte uns unsere Tour nach Uetersen, wo wir die Gelegenheit nutzten, endlich einmal das Rosarium anzuschauen. „Uetersen, die Rosenstadt“ heißt es ja immer so schön – die Anlage gilt mit sieben Hektar Fläche als der größte Rosengarten Norddeutschlands und steht im Mittelpunkt der deutschen Rosenzucht. Und wer den Lokalanzeiger aufmerksam studiert, der registriert im Frühjahr auch immer unzählige Anzeigen für Lokalitäten, die Hochzeitsangebote rund um das Rosarium anbieten. Immerhin verfügt das Rosarium eigens dafür über eine „Hochzeitsinsel“, auf die man zu bestimmten Zeiten sogar die standesamtliche Trauung verlagern kann.

Führungen mit Erklärungen zu 900 verschiedenen Rosensorten

Noch war dem Rosarium nicht wirklich anzumerken, dass hier mehr als 900 verschiedene Rosensorten in allen nur denkbaren farblichen Abstufungen und Duftnuancen gedeihen. Dafür war es einfach noch zu früh, die Rosen hatten gerade erst begonnen auszutreiben. Von den vielen verschiedenen Sorten zeugten nur die Namensschilder in den Beeten. Doch ich kann mir gut vorstellen, dass dies im Sommer ein wunderschöner Ort ist. Ansonsten kann ich Uetersen nicht so viel abgewinnen: Es wirkt auf mich sehr verschlafen und wie in den 1970er Jahren stehengeblieben. Aber das Rosarium ist – besonders für Garten- und Rosenfreunde – sicherlich ein Highlight. Wie man auf der Homepage des Rosariums nachlesen kann, werden in den Sommermonaten auch Führungen mit Erklärungen zu den verschiedenen Rosensorten angeboten.

Nach einer kurzen Kaffeepause auf der Terrasse des im Rosarium gelegenen Parkhotels schwangen wir uns wieder auf unsere Räder, bevor es an den nackten Beinen zu kalt wurde. Unser Rückweg führte uns weniger idyllisch an der Bundesstraße 431 über Groß Nordende und Klein Nordende zurück nach Elmshorn. Insgesamt zeigte der Tacho nach unserer Tour 43 Kilometer an. Ein schöner Rundkurs, den ich anderen Freizeitradlern nur empfehlen kann!

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3 Kommentare zu “Radausfahrt am Deich – heute mal zum Pinnausperrwerk

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