Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Mein Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues, Teil 16

Ein Kommentar

Folgende Dinge habe ich gestern erlebt, die sonst in dieser Form wohl nicht stattgefunden hätten: Ich habe an der virtuellen Vernissage des Elmshorner Künstlers Jan Eustergerling teilgenommen. Bei einem SHZ-Expertenchat zum Thema Reiserecht habe ich mich darüber informiert, wie wir mit einem blauen Auge aus unserem gebuchten Sommerurlaub wieder rauskommen. Und zum Abendessen gab es ein leckeres Corona-Essen, dessen Rezept mir ein Blogleser geschickt hat.

Den Künstler Jan Eustergerling kenne ich bislang nicht persönlich. Er lebt in Elmshorn, teilt sich mit anderen ein Atelier in Hamburg-Bahrenfeld und liest in seiner Freizeit, was ich hier auf meinem Blog schreibe. Vielleicht hat er auch noch andere Hobbys. Oder so ähnlich. 🙂 Jedenfalls hat er mir geschrieben und mich auf seine Online-Vernissage aufmerksam gemacht, in der er aktuelle Bilder und Objekte einem geneigten Publikum vorstellt.

Jazzmusik und Stimmengewirr wie bei einer analogen Vernissage

Die Online-Vernissage findet man hier auf dem Portal Vimeo, weitere Informationen zum Künstler (sowie eine Preisliste für Kaufinteressenten) gibt es auf seiner Website. In dem neunminütigen Film nimmt er uns mit auf einen Rundgang durch sein Wohnzimmer, in dem er an den Wänden, auf Tischen und auf dem Sofa Bilder und Objekte platziert hat. Alles untermalt mit Jazzmusik und Stimmengewirr, wie man sie auch bei einer analogen Vernissage hören würde. Vorteil: Man kann den Film immer wieder anschauen, ohne dem Künstler auf die Nerven zu gehen. Nachteil: Seinen Sekt muss man sich irgendwie selbst besorgen.

Assoziation zu Landschaftsbildern und Carcassone

Aber mal im Ernst: Mir haben der Film und auch etliche der Werke von Jan sehr gut gefallen. Die Fineliner-Zeichnungen aus der Reihe „Rectangular“ (wie dieses hier) etwa weckten bei mir spontan die Assoziation zu Landschaftsbildern von oben – und ganz aktuell zum Spiel Carcassone, das ich vor x Jahren gemeinmsam mit meinem Sohn entdeckt hatte. Jahrelang haben wir es unermüdlich gespielt, dann lagerte es noch viel länger ungenutzt in unserem Spieleschrank. Bis Corona kam und wir uns gern wieder häufiger die Zeit mit Spielen vertreiben.

Meine eigene kreative Ader liegt schon wieder viel zu lange brach

Doch ich schweife ab: Schaut mal rein in Jans Vernissage und auch auf seine Website! Er bietet nämlich nicht nur Fineliner- und Tusche-Zeichnungen in verschiedenen Formaten, sondern beispielsweise auch Video-Tutorials zum Zeichnen an. Was mich wieder einmal daran erinnerte, dass meine eigene kreative Ader schon wieder viel zu lang brach liegt und ich wieder mehr zeichnen und malen möchte. Insofern freue ich mich, dass ich über dieses Blog und letztlich auch durch Corona nun auf diesen Elmshorner Künstler aufmerksam geworden bin. Vielleicht kann ich ihn nach der Coronakrise ja auch mal in seinem Atelier besuchen und nochmal über ihn schreiben. 🙂

Camping mit dem Wohnwagen – diesen Sommer wohl eher nicht

Weniger erfreulich war dafür meine Teilnahme an dem Experten-Chat zum Thema Reiserecht, den der SHZ-Verlag am Freitag veranstaltet hat. Man konnte Fragen zum Thema Reisen und Corona einreichen, die dann von Juristinnen aus der Reisebranche bzw. der Verbraucherschutzzentrale beantwortet wurden. Für uns steht nämlich die Frage im Raum, wie wir mit unserer geplanten Camping-Tour nach Frankreich verfahren. Wir hatten – Premiere! – via Paul Camper einen Wohnwagen gebucht, mit dem wir Ende Juni nach Frankreich fahren wollten. Mein Mann hatte mir zu meinem Geburtstag sogar extra einen Gutschein für vier Fahrstunden geschenkt, damit ich unter professioneller Anleitung das Fahren mit Anhänger üben kann – ich bin nämlich noch nie mit einem Anhänger Auto gefahren und habe ziemlichen Respekt vor dieser Challenge. Aus den Fahrstunden wurde wegen Corona bislang nichts (zwei Meter Abstand in einem Auto einzuhalten, dürfte schließlich schwierig werden), und für den Urlaub sehen wir ehrlich gesagt auch eher schwarz. Selbst wenn die Grenzen wieder geöffnet werden und Campingplätze wieder aufmachen, wäre der Urlaub vermutlich mit derart vielen Corona-Auflagen verbunden, dass er schlicht keinen echten Spaß mehr macht. Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, womöglich nur eingeschränktes gastronomisches Angebot etc. pp… Da bleiben wir doch lieber zu Hause und verschieben unseren Urlaubspläne auf nächstes Jahr.

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Unsere Frage an die Experten im SHZ-Chat

Die Frage, mit der ich mich an die SHZ-Experten für Reiserecht gewandt hatte, war deshalb folgende: Die Storno-Bedingungen der Vermieterin sehen vor, dass wir bei einer Stornierung bis 30.4. 30% des Reisepreises tragen müssen, danach wird es teurer. Wir sehen die Lage eigentlich so: Angesichts der Corona-Pandemie wäre es ja keine gewöhnliche Stornierung, weil wir ja u. U. überhaupt keinen Wohnmobil-Urlaub antreten könnten. Damit wäre der Mietgegenstand eigentlich hinfällig und wir müssten das gesamte Geld zurückbekommen. Sollte man also abwarten und darauf spekulieren, dass Corona auch im Juni Fakten schafft? Wie stehen die Chancen darauf, die gesamte Wohnwagen-Miete zurückzubekommen? Oder sollte man lieber in den sauren Apfel beißen, bis 30.4. stornieren und die erste Rate in den Wind schießen?

Man kann sich ein Wohnmobil auch in die Einfahrt stellen!

Und tatsächlich wurde meine Frage auch vom Moderator aufgegriffen und an eine der Expertinnen weitergegeben. Sie erzählte, dass Camping in puncto Corona-Reiserecht ein besonders kniffliger Fall ist. Offenbar gab es schon im Zusammenhang mit den Osterferien eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen zwischen Vermietern und Mietern von Wohnmobilen. Die Mieter vertraten darin die Auffassung, dass man angesichts geschlossener Grenzen und Campingplätze keinen Campingurlaub antreten kann und deshalb den vollen Reisepreis erstattet bekommen müsste. So würde sie als Juristin das eigentlich auch sehen. Die Vermieter allerdings stellten sich auf den Standpunkt, dass Corona niemanden daran hindert, ein gemietetes Wohnmobil zu nutzen – man könne es sich schließlich auch in die Einfahrt stellen und darin Urlaub machen. Also eine ganz andere Situation, als wenn man wegen eines Einreiseverbots die gemietete Ferienwohnung tatsächlich nicht nutzen kann, weil man erst gar nicht dorthin gelangen kann. Ich weiß nicht, wie es euch geht – aber die Vorstellung, in meiner eigenen Einfahrt Wohnwagen-Urlaub zu machen, weckt bei mir nicht unbedingt Vorfreude.

Keine Lust auf Streit um die Erstattung der Anzahlung

Jedenfalls gab die Reiserechts-Expertin uns den Tipp, die Entscheidung von unserem persönlichen Urlaubsdrang abhängig zu machen. Sprich: Wenn wir wild entschlossen wären, im Falle weiterer Lockerungen sofort die zurückgewonnene Freiheit zu nutzen und in den Urlaub zu fahren, dann sollten wir es vielleicht eher drauf ankommen lassen und abwarten. Sollte sich dann herausstellen, dass man nirgends campen kann, hätte man ggf. juristisch gute Chancen, aus dem ganzen Vertrag rauszukommen und auch die Anzahlung zurückzuerhalten. Wenn wir allerdings schon jetzt ziemlich sicher sind, dass wir den gebuchten Urlaub so nicht antreten wollen, dann sollten wir lieber jetzt stornieren und auf die Erstattung der Anzahlung verzichten. Genau zu letzterem haben wir uns nun auch durchgerungen – denn auf einen möglichen Streit mit der Wohnwagen-Vermieterin um die Erstattung der bereits gezahlten ersten Rate haben wir einfach keine Lust.

Ein neues Rezept für die schnelle und leckere Corona-Küche

Nach diesem Wermutstropfen traf es sich gut, dass wir seit ein paar Tagen einen weiteren Rezept-Tipp von HP für unsere schnelle und leckere Corona-Küche hier liegen hatten (ihr erinnert euch vielleicht an sein Rezept für Fenchel mit Tomatensauce und Schinkenwürfeln bzw. Bratwurst vor ein paar Tagen). Da Fenchel so ungefähr das einzige Gemüse ist, das Christoph komplett ablehnt, hat HP gleich ein weiteres aus seinem Fundus mit uns geteilt:

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Hallo Antje, schade, dass ich genau das Gemüse gefunden habe, das Christoph nicht so mag. 🤷‍♂️ Neuer Versuch: Paprika, gefüllt mit Polenta. Zwiebeln und Maiskörner in Olivenöl andünsten, Milch dazugeben und aufkochen. Polenta dazugeben und ausquellen lassen. Paprika halb mit Polenta füllen, dann einen guten Teelöffel Pesto drauf und danach wieder Polenta. In eine Auflaufform stellen, oben etwas Käse drüber. Eine Dose Tomaten in Stücken dazugeben und im Ofen ca. 30 min garen. Ich hatte noch ein paar Oliven zu den Tomaten gegeben.

Gestern hat Christoph sich also ans Werk gemacht und das Rezept nachgekocht. Er hat für 2 ganze Paprikaschoten 150 Gramm Polenta verwendet, das war wohl etwas üppig bemessen. 100 bis 120 Gramm hätten es sicher auch getan. Doch das Ergebnis war superlecker, dieses Rezept werden wir ganz sicher in unser Alltags-Repertoire aufnehmen! Die gebräunte Kruste auf der Polenta in unserem Bild stammt übrigens von der großzügigen Portion Mozzarella, die Christoph zum Überbacken verwendet hat. Vielen Dank an HP für das Rezept!

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Aktuelle Zahlen der Landesregierung

Dann bleibt mir für heute nur noch, euch wie immer die aktuellen Zahlen aus der täglichen Pressemitteilung der Landesregierung Schleswig-Holstein weiterzugeben. Heute sah diese so aus:

Gemeldete Fälle: 2612 Fälle wurden bislang seit Beginn der Epidemie insgesamt in Schleswig-Holstein dem RKI gemeldet (+ 55 im Vergleich zur Meldung am Vortag).

Genesene Personen: Die Anzahl inzwischen genesener Personen ist nicht meldepflichtig und daher nicht statistisch bei der Landesmeldestelle erfasst. Das Robert-Koch-Institut (RKI) nimmt jedoch auf Basis verschiedener Faktoren wie z.B. Krankheitsbeginn und Krankheitsdauer Schätzungen zur Anzahl genesener Personen vor. Demnach sind in Schleswig-Holstein derzeit seit Beginn der Epidemie 1900 Personen genesen.

Todesfälle: 95 Todesfälle sind im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet (+ 6 Pinneberg, + 1 Plön) im Vergleich zur Meldung am Vortag. Enthalten ist ein Todesfall in Ägypten, der Schleswig-Holstein zugerechnet wird, da der Verstorbene Einwohner in Schleswig-Holstein war.

Die Daten des RKI – die einen zeitlichen Versatz zu Kreis- oder Landesdaten haben können – finden Sie auch hier: https://corona.rki.de Zum Aufrufen des „Dashboards“ wird ein aktueller Internet-Browser benötigt. Durch einen Klick auf das entsprechende Bundesland können die jeweiligen Daten aufgerufen werden.

Hospitalisierung in Schleswig-Holstein derzeit: 99 Personen befinden sich derzeit in klinischer Behandlung (-4 im Vergleich zur Meldung am Vortag).

Aufgrund einer technischen Anpassung im Meldesystem des RKI steht die Anzahl der Hospitalisierung seit Beginn der Epidemie sowie die grafische Übersicht der Landesmeldestelle, Institut für Infektionsmedizin an der CAU, zum Geschehen im Land derzeit nicht zur Verfügung. Basis für die Daten sind die Zahlen, die die Kreise und kreisfreien Städte auf dem offiziellen Meldeweg der Landesmeldestelle und dem RKI mitteilen. Da die Datenerfassung, Übermittlung sowie gegebenenfalls auch die derzeitige technische Anpassung Zeit benötigt, können Abweichungen von den vor Ort kommunizierten Fällen entstehen. Im Einzelfall kann es auch zu einer Reduzierung der gemeldeten Fälle kommen, z.B. wenn sich eine Meldung nicht bestätigt hat.  

Fragen und Antworten finden Sie hier: https://schleswig-holstein.de/coronavirus und https://schleswig-holstein.de/coronavirus-faq

Die Überarbeitung der grafischen Darstellung lässt also weiter auf sich warten – harren wir also der Dinge.


Last but not least wieder meine Empfehlungen für die weitere Lektüre bzw. seriöse Quellen zum Thema Corona:

Über politische Entscheidungen hier in Schleswig-Holstein rund um die Corona-Pandemie informiert man sich am besten auf der Seite der Landesregierung, die hier alle Infos zur Pandemie bündelt. Die entsprechenden Infos aus Hamburg findet man hier.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) pflegt mit Eurotopics einen Kanal, in dem themenbezogen internationale Pressestimmen gebündelt werden. Hier wurde auch ein Dossier zum Coronavirus eingerichtet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Seite täglich aktualisierte Informationen zu Fallzahlen, Risikogebieten, Meldepflichten etc.

Das Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn hat auf seiner Seite Kurzinfos über Corona sowie Hygienetipps in diversen Sprachen gesammelt (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Persisch/Dari, Tigrinya, Russisch, Bosnisch, Somali). Bitte leitet sie weiter an Menschen, die nicht gut Deutsch verstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betreibt ein Corona-Dashboard in dem man tagesaktuell die internationalen Fallzahlen nachlesen kann. Auch für Deutschland gibt es ein Corona-Dashboard, das vom RKI betrieben wird und auch Geo-Informationsdaten zur Verbreitung von Corona in Deutschland auf Basis bis auf Landkreis-Ebene enthält.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch den NDR-Podcast mit Prof. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité. Er ist einer der führenden Experten für Coronaviren und kommentiert wissenschaftlich fundiert sowie wohltuend sachlich die aktuelle Lage. Wir hören das inzwischen jeden Tag.

Wer an harten medizinischen Fakten interessiert ist, kann sich auch die Dossiers der Fachverlage ansehen. So bündelt die Thieme-Gruppe die im Unternehmen verfügbaren relevanten Inhalte auf einer Seite. Dazu gehören unter anderem fundierte Patienteninformationen inklusive Symptom-Checker, ein Online-Kurs zu COVID-19, relevante Inhalte aus Thieme Fachzeitschriften und Büchern sowie aktuelle Stellungnahmen verschiedener Fachgesellschaften. Ziemlich wissenschaftlich geht es bei der Elsevier-Gruppe zu, die ebenfalls ein umfangreiches Themenportal zu Corona und Covid-19 unterhält – für Forschende, klinisch Tätige sowie Patientinnen und Patienten. Auch Springer Medizin bündelt sämtliche Inhalte zum Thema Corona und Covid-19 in einem Themendossier mit wissenschaftlichen ebenso wie versorgungspolitischen Informationen.

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