Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Mein Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues, Teil 14

Ein Kommentar

Habt ihr heute auch verfolgt, wie der Elmshorner Jan Dersch einen „Spenden-Coronathon“ zugunsten des Kinderschutzbunds gelaufen ist? Jan war eigentlich für den Marathon in Wien angemeldet gewesen, der (ebenso wie der Hamburger Marathon) heute am 19. April hätte stattfinden sollen. Doch Corona hat nun einmal allem Sportveranstaltungen in diesem Frühjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das ist in vielerlei Hinsicht blöd. Zum Beispiel, weil viele Laufbegeisterte einen solchen Wettkampf nutzen, um Spenden für unterstützenswerte Projekte zu sammeln. Ohne Laufveranstaltung kein Spendenaufkommen. Gleichzeitig fehlt es aktuell in vielen ärmeren Familien am nötigen Kleingeld, weil ihre Kinder derzeit nicht in der Schule oder Kita ein kostenloses Mittagessen bekommen und stattdessen zu Hause essen. Jan Dersch überlegte sich also, auf eigene Faust einen Halbmarathon durch Elmshorn zu laufen, seinen Lauf live zu streamen und dabei via Paypal Spenden für den hiesigen Kinderschutzbund zu sammeln.

Vor gut einer Woche hatten wir bereits zugeschaut, wie der Profi-Triathlet Jan Frodeno zu Hause einen Iron Man absolviert und dabei gut 200.000 Euro Spendengelder gesammelt hat. (Er hat in seinem Garten einen Pool mit Gegenstromanlage, in dem er 3,8 Kilometer schwamm, dann radelte er auf dem Rollentrainer 180 Kilometer und zum Schluss lief er einen Marathon auf dem Laufband, mehr dazu kann man z. B. hier nachlesen.)

Knapp 2.000 Euro Spendengeld während des Elmshorner Coronathons

Doch man muss kein internationaler Superstar sein, um ein sportliches Spendenprojekt auf die Beine zu stellen. Das hat Jan Dersch heute vorgemacht. Wir haben uns erst auf seinen letzten Kilometern in den Livestream des Instagram-Blogs Wir sind Elmshorn eingeklinkt (und natürlich auch via https://www.paypal.me/janmf gespendet). Insgesamt schauten immer um die 40 Leute zu, wie er durch Elmshorn hinter dem Fahrrad mit Kamera hertrabte. Während seines Halbmarathons, den er in 2:04 Stunden absolvierte, trudelten sage und schreibe beinahe 2.000 Euro auf seinem Paypal-Konto ein, im Vorfeld waren bereits weitere 600 Euro eingetrudelt. Hut ab vor Jans sportlicher Leistung, der tollen Idee und dem super Spendenergebnis! Hier mal ein paar Screenshots, die ich während des Livestreams gemacht habe:

 

So eine Pandemie kann auch in Freizeitstress ausarten…

Ich finde es wirklich wunderbar, wie kreativ viele Menschen mit der Corona-Krise umgehen. Da übertragen Musikerinnen und Musiker Hauskonzerte, Museen laden zu Online-Führungen ein, abends wird auf dem Balkon für die Menschen in systemrelevanten Berufen geklatscht, Friseursalons rufen unter dem Hashtag #zeigdeinenansatz dazu auf, Fotos von den rausgewachsenen Ansätzen zu posten und die Haare lieber nicht zu Hause selbst zu färben, sondern bis zur Wiedereröffnung der Salons zu warten. (An der Aktion beteiligt sich u. a. auch das Elmshorner Haarstudio Manuel, wie man ebenfalls auf Instagram verfolgen kann.)

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Doch damit nicht genug: Man kauft Gutscheine für’s Kaffeetrinken nach der Krise (ich habe diese Woche welche von Jim Coffey erstanden), bestellt Essen bei der lokalen Gastronomie (wir haben diese Woche einmal bei Alfredo und einmal im Broderick bestellt, das neuerdings auch einen Abholservice anbietet). Also ganz ehrlich: So eine Pandemie kann echt in Freizeitstress ausarten und auch ganz schön ins Geld gehen! Doch Spaß beiseite, ich bin natürlich froh und dankbar, dass ich gesund bin, mich in meinem Job keinem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen muss und bislang auch keinerlei Auftragseinbußen verzeichne. Insofern unterstütze ich gern so gut ich kann diejenigen, die es in der Krise nicht so gut getroffen haben wir ich.

Rezept-Tipp für die schnelle und leckere Corona-Küche

In den vergangenen Tagen habe ich regelmäßig vergessen, mein Essen zu fotografieren, sodass ich euch heute keine eigenen Rezepte für die schnelle und leckere Corona-Küche bieten kann. Doch einer meiner Blogleser hat mir ein Foto geschickt, das ich euch hier samt Rezept präsentieren darf:

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Er schrieb dazu: „Hallo Antje, ich fotografiere mein Essen normalerweise nicht, aber ich dachte, ich schicke dir mal eine Idee. Es ist ungewohnt, sich jeden Tag was Neues auszudenken. Jetzt noch das Rezept: Fenchel in Brühe und Wein gekocht. Den Sud mit Tomatenmark und etwas Mehl gebunden. Eigentlich sollten Schinkenwürfel in die Sauce, aber ich hatte nur Bratwürste.“ Vielen lieben Dank an HP für das Rezept! Mein Mann Christoph, bei Essen überhaupt nicht krüsch, mag allerdings keinen Fenchel. Es ist im Grunde das einzige Gemüse, das er wirklich komplett ablehnt. Insofern wird das Rezept bei uns wohl nicht auf den Tisch kommen, aber vielleicht haben hier ja ein paar Leute Appetit bekommen?

Aktuelle Infektionszahlen der Landesregierung

Natürlich gebe ich euch auch heute wieder die aktuellen Zahlen aus Schleswig-Holstein weiter. In der heutigen Pressemitteilung der Landesregierung heißt es dazu:

Gemeldete Fälle: 2417 Fälle wurden bislang seit Beginn der Epidemie insgesamt in Schleswig-Holstein dem RKI gemeldet (+30 im Vergleich zur Meldung am Vortag).

Genesene Personen: Die Anzahl inzwischen genesener Personen ist nicht meldepflichtig und daher nicht statistisch bei der Landesmeldestelle erfasst. Das Robert-Koch-Institut (RKI) nimmt jedoch auf Basis verschiedener Faktoren wie z.B. Krankheitsbeginn und Krankheitsdauer Schätzungen zur Anzahl genesener Personen vor. Demnach sind in Schleswig-Holstein derzeit seit Beginn der Epidemie 1600 Personen genesen.

Todesfälle: 62 Todesfälle sind im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet (+1 Kreis Pinneberg im Vergleich zur Meldung am Vortag). Enthalten ist ein Todesfall in Ägypten, der Schleswig-Holstein zugerechnet wird, da der Verstorbene Einwohner in Schleswig-Holstein war.

Die Daten des RKI – die einen zeitlichen Versatz zu Kreis- oder Landesdaten haben können – finden Sie auch hier: https://corona.rki.de Zum Aufrufen des „Dashboards“ wird ein aktueller Internet-Browser benötigt. Durch einen Klick auf das entsprechende Bundesland können die jeweiligen Datenaufgerufen werden.

Hospitalisierung in Schleswig-Holstein derzeit: 129 Personen befinden sich derzeit in klinischer Behandlung (-3 im Vergleich zur Meldung am Vortag).

Hinweis: Aufgrund einer technischen Anpassung im Meldesystem des RKI steht die Anzahl der Hospitalisierung seit Beginn der Epidemie sowie die grafische Übersicht der Landesmeldestelle, Institut für Infektionsmedizin an der CAU, zum Geschehen im Land derzeit nicht zur Verfügung. Basis für die Daten sind die Zahlen, die die Kreise und kreisfreien Städte auf dem offiziellen Meldeweg der Landesmeldestelle und dem RKI mitteilen. Da die Datenerfassung, Übermittlung sowie gegebenenfalls auch die derzeitige technische Anpassung Zeit benötigt, können Abweichungen von den vor Ort kommunizierten Fällen entstehen. Im Einzelfall kann es auch zu einer Reduzierung der gemeldeten Fälle kommen, z.B. wenn sich eine Meldung nicht bestätigt hat.

Fragen und Antworten finden Sie hier: https://schleswig-holstein.de/coronavirus und https://schleswig-holstein.de/coronavirus-faq

Der Hinweis, dass die grafische Darstellung derzeit überarbeitet wird, macht mir Hoffnung, dass die seltsamen Überschriften nun vielleicht einmal verständlich formuliert werden. Schauen wir mal, wie die überarbeitete Fassung in den nächsten Tage aussieht!


Zum Schluss wiederhole ich meine Bitte an euch: Nehmt die Corona-Pandemie ernst, haltet euch an die Anweisungen und Empfehlungen der Behörden und informiert euch auf seriösen Kanälen. Davon gibt es wirklich viele, denn im Zuge der Corona-Pandemie pflegen diverse Institutionen zum Teil aufwändige Dossiers. Außerdem haben sich eine Reihe von Fachverlagen dazu entschlossen, ihre Beiträge zum Coronavirus und Covid-19 frei zugänglich zu machen. Hier ein Überblick über einige lesenswerte Quellen:

Über politische Entscheidungen hier in Schleswig-Holstein rund um die Corona-Pandemie informiert man sich am besten auf der Seite der Landesregierung, die hier alle Infos zur Pandemie bündelt. Die entsprechenden Infos aus Hamburg findet man hier.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) pflegt mit Eurotopics einen Kanal, in dem themenbezogen internationale Pressestimmen gebündelt werden. Hier wurde auch ein Dossier zum Coronavirus eingerichtet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Seite täglich aktualisierte Informationen zu Fallzahlen, Risikogebieten, Meldepflichten etc.

Das Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn hat auf seiner Seite Kurzinfos über Corona sowie Hygienetipps in diversen Sprachen gesammelt (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Persisch/Dari, Tigrinya, Russisch, Bosnisch, Somali). Bitte leitet sie weiter an Menschen, die nicht gut Deutsch verstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betreibt ein Corona-Dashboard in dem man tagesaktuell die internationalen Fallzahlen nachlesen kann. Auch für Deutschland gibt es ein Corona-Dashboard, das vom RKI betrieben wird und auch Geo-Informationsdaten zur Verbreitung von Corona in Deutschland auf Basis bis auf Landkreis-Ebene enthält.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch den NDR-Podcast mit Prof. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité. Er ist einer der führenden Experten für Coronaviren und kommentiert wissenschaftlich fundiert sowie wohltuend sachlich die aktuelle Lage. Wir hören das inzwischen jeden Tag.

Wer an harten medizinischen Fakten interessiert ist, kann sich auch die Dossiers der Fachverlage ansehen. So bündelt die Thieme-Gruppe die im Unternehmen verfügbaren relevanten Inhalte auf einer Seite. Dazu gehören unter anderem fundierte Patienteninformationen inklusive Symptom-Checker, ein Online-Kurs zu COVID-19, relevante Inhalte aus Thieme Fachzeitschriften und Büchern sowie aktuelle Stellungnahmen verschiedener Fachgesellschaften. Ziemlich wissenschaftlich geht es bei der Elsevier-Gruppe zu, die ebenfalls ein umfangreiches Themenportal zu Corona und Covid-19 unterhält – für Forschende, klinisch Tätige sowie Patientinnen und Patienten. Auch Springer Medizin bündelt sämtliche Inhalte zum Thema Corona und Covid-19 in einem Themendossier mit wissenschaftlichen ebenso wie versorgungspolitischen Informationen.

Ein Kommentar zu “Mein Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues, Teil 14

  1. Pingback: „Run for Peace – gemeinsam für die Kinder“ am 27. März 2022 | Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn e. V.

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