Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Mein Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues, Teil 8

2 Kommentare

Habt ihr auch alle gerade den Eindruck, Zeuge einer ganz besonderen Zeit zu sein? Eine Zeit, an die man sich in ein paar Jahren zurückerinnern wird mit den Worten „Weißt du noch, damals während der Corona-Pandemie…?“

Mir wurde das neulich bewusst, als ich durch Twitter scrollte und am Tweet einer jungen Frau (20 Jahre) hängenblieb. Sie schrieb sinngemäß: „Für mich ist es das erste Mal in meinem Leben, dass ich das Gefühl habe, einer ganz besonderen Entwicklung beizuwohnen, nach der nichts mehr so sein wird wie zuvor. Meine Frage an die Älteren unter euch: Was waren frühere Ereignisse, bei denen ihr dieses Gefühl hattet?“

Maueröffnung – und die Ungewissheit, was nun kommt

Leider habe ich mir den Tweet nicht gespeichert und finde ihn nun nicht wieder. Ich hätte mir eigentlich gern die Kommentare darunter durchgelesen. Allerdings glaube ich eine Ahnung zu haben, an welche Ereignisse sich Menschen als bedeutsame Umbruchsituationen erinnern, die älter als 20 Jahre sind. Ich bin 50 Jahre alt und denke, die Maueröffnung 1989 war für mich definitiv das markanteste Ereignis dieser Art. Damals war einfach klar: Wow, die Weltordnung, mit der ich aufgewachsen bin, existiert schlicht nicht mehr – und es ist noch ungewiss, was danach kommt. Ähnlich mag es möglicherweise den heute 70- bis 80-Jährigen mit der Studentenbewegung von 1968 gehen. Ich müsste direkt mal meine Eltern danach fragen.

crowd-of-people-1488213_1920Jedenfalls scheint es mir unausweichlich, dass Corona unseren Blick auf die Welt nachhaltig verändert. Nach nur nicht einmal drei Wochen überwiegender Isolation zu Hause und nur einigen Tagen staatlich angeordneter Kontaktsperre bekomme ich zum Beispiel schon ein regelrecht beklemmendes Gefühl, wenn ich Filme oder Fotos von großen Menschenmengen wie dieses hier sehe: „Ja sind die denn irre, so dicht beinander zu stehen?“ Verrückt, welche Streiche einem die Psyche in solchen Situationen spielen kann.

Hilfe für Kleinunternehmen beim Start ins digitale Business

Wir werden also alle sicherlich etwas Zeit brauchen, nach der Krise wieder zurück in den Alltag zu finden. Für viele geht es aber nicht nur um die gefühligen Aspekte, sondern auch um ihren Arbeitsplatz oder ihre unternehmerische Existenz. Deshalb möchte ich euch heute die Initiative des Elmshorner Stadtmarketings „Elmshorn hilft und handelt“ ans Herz legen. Dort findet man diverse aktuelle Angebote von Elmshorner Geschäftsleuten, die die Versorgung ihrer Kundschaft in der Corona-Krise gewährleisten. Es gibt eine Liste der Geschäfte, die trotz der Kontaktsperre geöffnet haben ebenso wie Unternehmen, die nun einen Bestell- und Lieferservice anbieten und bei denen man telefonisch, per Mail oder WhatsApp weiterhin Produkte bestellen kann. Ebenso Firmen, die ganz fix einen Online-Shop eingerichet haben. Unternehmen, die noch nicht in der Liste des Stadtmarketings vertreten sind, können sich dort melden und aufnehmen lassen.

Für diejenigen, die bislang keine eigene Website oder einen Online-Shop und auch keine Ressourcen dafür haben, gibt es aber auch einen super Service: Firma Elecbronics GbR hilft ihnen im Zusammenhang mit der Coronakrise gratis beim Start in das digitale Business. Ich finde das großartig und hoffe, dass sich diese Info überall herumspricht. Es kommt aber vor allem auch auf uns Kundinnen und Kunden an: Bitte versucht, nach Möglichkeit den lokalen Handel in Elmshorn in dieser Ausnahmesituation zu unterstützen. Es ist zwar vielleicht einfacher, den Einkaufsbummel zu Amazon zu verlagern. Doch Amazons Wachstum macht unsere Innenstadt nicht schöner und lebendiger – dafür braucht es genau die kleinen, inhabergeführten Geschäfte, die aktuell um ihre Existenz bangen.

Ofengemüse – einfach und lecker in Home Office und Quarantäne

Unser häuslicher Mittagstisch hatte heute Ofengemüse im Angebot. Die Vorbereitung geht schnell, und während das Gemüse im Ofen brutzelt, kann man dank Home Office ja weiter arbeiten, am Rechner daddeln oder Vertretungslehrer für die Kids spielen. Wir hatten heute Rote Bete, Paprika und Zuchini im Haus. Man kann aber auch anderes Wurzelgemüse wie Pastinake oder Möhren zu Ofengemüse verarbeiten. Rote Bete ist von all diesen Kandidaten der einzige, der vorgegart werden sollte. Also in einen Topf mit Wasser werfen und ca. 15 Minuten kochen. Dann Olivenöl in eine Lasagneform geben, Gemüse schälen und kleinschneiden und in die Form werfen, Kräuter (ich hatte Rosmarin, Basilikum und getrockneten Thymian hier) plus Knoblauch (gern großzügig, stört ja keinen!), nochmal mit Olivenöl besprenkeln und Käsewürfel draugeben. Für 35 Minuten bei 180 Grad im Ofen backen.

Aktuelle Statistiken aus Schleswig-Holstein

Nachdem ich gestern gar keine Statistiken von der Landesregierung in Kiel bekommen habe, gab es heute wieder Zahlen und sogar noch interessantes Bonusmaterial dazu, wonach der Kreis Pinneberg von allen Kreisen in Schleswig-Holstein – gemessen an der Bevölkerungszahl – am viertstärksten betroffen ist.

Coronafälle SH 260320

Das Sternchen mit dem Verweis auf Ägypten bedeutet übrigens, dass die verstorbene Person in Ägypten gestorben ist, aber eigentlich in Schleswig-Holstein gelebt hat.


Zum Schluss wiederhole ich meine Bitte an euch: Nehmt die Corona-Pandemie ernst, haltet euch an die Anweisungen und Empfehlungen der Behörden und informiert euch auf seriösen Kanälen. Davon gibt es wirklich viele, denn im Zuge der Corona-Pandemie pflegen diverse Institutionen zum Teil aufwändige Dossiers. Außerdem haben sich eine Reihe von Fachverlagen dazu entschlossen, ihre Beiträge zum Coronavirus und Covid-19 frei zugänglich zu machen. Hier ein Überblick über einige lesenswerte Quellen:

Über politische Entscheidungen hier in Schleswig-Holstein rund um die Corona-Pandemie informiert man sich am besten auf der Seite der Landesregierung, die hier alle Infos zur Pandemie bündelt. Die entsprechenden Infos aus Hamburg findet man hier.

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) pflegt mit Eurotopics einen Kanal, in dem themenbezogen internationale Pressestimmen gebündelt werden. Hier wurde nun auch ein Dossier zum Coronavirus eingerichtet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Seite täglich aktualisierte Informationen zu Fallzahlen, Risikogebieten, Meldepflichten etc.

Das Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn hat auf seiner Seite Kurzinfos über Corona sowie Hygienetipps in diversen Sprachen gesammelt (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Persisch/Dari, Tigrinya, Russisch, Bosnisch, Somali). Bitte leitet sie weiter an Menschen, die nicht gut Deutsch verstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betreibt ein Corona-Dashboard in dem man tagesaktuell die internationalen Fallzahlen nachlesen kann. Ein ähnliches Corona-Dashboard gibt es auch für Deutschland; es enthält Geo-Informationsdaten zur Verbreitung von Corona in Deutschland auf Basis der aktuellen RKI-Zahlen, die man bis auf Landkreis-Ebene herunterbrechen kann – also auch bis zu unserem Kreis Pinneberg.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch den täglichen NDR-Podcast mit Prof. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité. Er ist einer der führenden Experten für Coronaviren und kommentiert wissenschaftlich fundiert sowie wohltuend sachlich die aktuelle Lage. Wir hören das inzwischen jeden Tag.

Wer an harten medizinischen Fakten interessiert ist, kann sich auch die Dossiers der Fachverlage ansehen. So bündelt die Thieme-Gruppe die im Unternehmen verfügbaren relevanten Inhalte auf einer Seite. Dazu gehören unter anderem fundierte Patienteninformationen inklusive Symptom-Checker, ein Online-Kurs zu COVID-19, relevante Inhalte aus Thieme Fachzeitschriften und Büchern sowie aktuelle Stellungnahmen verschiedener Fachgesellschaften. Ziemlich wissenschaftlich geht es bei der Elsevier-Gruppe zu, die ebenfalls ein umfangreiches Themenportal zu Corona und Covid-19 unterhält – für Forschende, klinisch Tätige sowie Patientinnen und Patienten. Auch Springer Medizin bündelt sämtliche Inhalte zum Thema Corona und Covid-19 in einem Themendossier mit wissenschaftlichen ebenso wie versorgungspolitischen Informationen.

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu “Mein Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues, Teil 8

  1. Du kennst dich doch aus … gibts eine Übersicht, welche Restaurants in Hamburg jetzt liefern? Oder hab ich das übersehen? ((-:
    Danke für deinen schönen Blog.

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  2. Moin Jan, ich habe da grad was auf hamburg.de gefunden: https://www.hamburg.de/branchenbuch/hamburg/10300649/n0/ Vermutlich nicht vollständig, aber auf jeden Fall viel Auswahl! Für Elmshorn ist mir so eine Liste nicht bekannt, aber ich habe mal bei Stadtmarketing danach gefragt. Bleib gesund und weiter viel Spaß beim Lesen! 🙂

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