Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Heute ist der Einbruch in unser Haus genau zwei Jahre her… Ein Schreck mit Nachwirkungen

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Der 2. Januar 2016 war für uns kein besonders toller Tag. Wir kamen gut erholt aus einem Kurzurlaub in St. Peter Ording zurück, wo wir ein paar Tage mit Strandspaziergängen, Schwitzen in der Dünentherme und einer schönen Silvesterfeier verbracht hatten. Und dann der Schock: Bei uns zu Hause wurde eingebrochen!

Die Einbrecher waren über unsere Terrasssentür ins Haus gelangt, hatten Bargeld und vor allem Schmuck entwendet. Ich war untröstlich, denn darunter waren auch Familienstücke und andere Schmuckstücke, die für mich eine besondere Bedeutung hatten. Heute nun ist dieser Schreckensmoment, über den ich hier seinerzeit ausführlich berichtet hatte, genau zwei Jahre her. Und so ganz überwunden ist das Erlebnis bis heute nicht.

Ich konnte es eine Weile nicht ertragen, wenn die Kleiderschranktür offenstand

Ich will nicht meckern: Im Alltag denken wir nicht ständig an den Einbruch. Auch der anfängliche Ekel, weil Fremde unsere Schubladen durchwühlt und unsere persönlichen Sachen inklusive Unterwäsche angefasst haben, ist verflogen. Es ist mir – anders als kurz nach dem Einbruch – nicht mehr unangenehm, wenn die Kleiderschranktür einmal ein paar Minuten offensteht. Damals konnte ich den Anblick einfach nicht ertragen, weil er mich an den Anblick unmittelbar nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub erinnerte. Wir haben auch keine schlaflosen Nächte (mehr), weil wir uns vor Einbrechern fürchten.

Heute dürfte es einen Einbrecher mehr Mühe kosten, in unser Haus zu gelangen

Und doch hat sich unser Sicherheitsgefühl verändert. In den Monaten nach dem Einbruch haben wir unser Haus in Sachen Sicherheit aufgerüstet. Dass ich die einzelnen Maßnahmen hier nicht im Detail schildere, hat auch mit der Einbrucherfahrung zu tun: Was hier auf meinem Blog steht, ist öffentlich zugänglich und kann theoretisch auch von böswilligen Menschen gelesen werden. Doch Fakt ist: Es dürfte einen Einbrecher heute deutlich mehr Mühe als noch zum Jahreswechsel 2015/16 kosten, in unser Haus zu gelangen – das allein gibt mir ein gewisses Sicherheitsgefühl.

Ich studiere regelmäßig Einbruchsstatistiken und verfolge die Nachrichten hierzu

Und doch bleiben Nachwirkungen: So überblättere ich fast nie Artikel über Einbruchsstatistiken, sondern lese aufmerksam, wie oft wann und wo eingebrochen wird, wie die Täter sich Zutritt verschafften und wie sich die Aufklärungsquote bei diesen Verbrechen entwickelt. Als wir im Dezember für eine Woche Urlaub auf Gran Canaria machten und gelegentlich die Elmshorner Nachrichten mit unserem Digitalabo lasen, schreckte ich auf, weil just an dem Wochenende für den Kreis Pinneberg eine ganze Einbruchserie vermeldet wurde. Auch Einfamilienhäuser in Elmshorn waren betroffen. Doch zum Glück keines in unserer Straße, wie ich bei der schnellen Lektüre des Artikels beruhigt feststellte. Immerhin: Die Zahl der Einbrüche in unserer Gegend hat 2017 abgenommen.

Horrende Summen investieren und das Zuhause in ein Fort Knox verwandeln?

Doch hundertprozentige Sicherheit kann es niemals geben. In den vergangenen Wochen machten ein paar Einbrüche Schlagzeilen, bei denen die Täter aufs Dach geklettert waren, Dachpfannen abdeckten, ein Dachfenster aushebelten oder ein Loch in die Isolierung machten und so ins Haus gelangten. Wie will man sich gegen eine solche Vorgehensweise schützen, ohne horrende Summen zu investieren und sein Haus in Fort Knox zu verwandeln? Der Fachmann, der uns nach unserem Einbruch beriet, mit welchen Maßnahmen wir unser Haus sicherer machen könnten, drückte es so aus: „Wenn die Täter unbedingt ins Haus wollen, dann schaffen sie es – zur Not mit einem Bulldozer, mit dem sie eine Außenwand einreißen!“ Alles eine Frage der nüchternen Abwägung von Nutzen, Aufwand und Risiko.

Deshalb ist es nach jeder längeren Abwesenheit von zu Hause ein kurzer banger Moment für mich, wenn ich die Haustür aufschließe und nach drinnen schaue: Weht ein kalter Zug durch das Haus? Flattert der Vorhang an der Terrassentür? Liegen Scherben auf dem Boden? Nein? Dann ist alles gut.

Die meisten Einbrecher sind Gelegenheitstäter, die dort zuschlagen, wo ein Haus bzw. eine Wohnung offensichtlich gerade unbewohnt und nicht gut gesichert ist. Hier findet ihr meine Tipps, die es Einbrechern erschweren, in eure Wohnung zu gelangen:

  • Haustür immer richtig abschließen, nicht nur zuziehen. Fenster nicht gekippt lassen, wenn ihr das Haus verlasst.
  • Abschließbare Tür- und Fenstergriffe – diese dann aber auch abschließen, den Schlüssel abziehen und an einer ausreichend weit entfernten Stelle deponieren.
  • Schlösser und Beschläge mit höherer Sicherheitsstufe einbauen lassen.
  • Nachbarn Bescheid geben, wenn ihr in den Urlaub fahrt, damit sie ein Auge auf eure Wohnung bzw. euer Haus haben und den Briefkasten regelmäßig leeren. Wenn ihr ihnen einen Autoschlüssel dalasst, können sie ab und an euer Auto bewegen und wieder anders hinstellen – sollte tatsächlich jemand euer Haus an mehreren Tagen in Folge abchecken, wird er es für bewohnt halten.
  • Zeitschalter an Lampen sorgen dafür, dass diese zu bestimmten Tageszeiten automatisch angehen, auch wenn ihr nicht zu Hause seid. Es gibt auch Lampen, die das Flackern eines Fernsehers simulieren und damit den Anschein wecken, man sei zu Hause und schaue fern.
  • Elektrische Rolläden mit Zeitsteuerung: Zum einen signalisieren sie, dass das Haus bewohnt ist, zum anderen macht es gehörig Lärm, wenn ein Einbrecher in ein Fenster mit heruntergelassenem Rolladen einsteigen will – das wirkt ebenfalls abschreckend.
  • Bewegungsmelder im Außenbereich – Licht erschwert es Einbrechern, unbeobachtet zu arbeiten.
  • Keine Kletterhilfen wie Leitern auf dem Grundstück oder am Haus herumstehen lassen.
  • Digitalabo statt Papierzeitung: Auf diese Weise müsst ihr nicht daran denken, die Zeitung für die Zeit eures Urlaubs abzubestellen, damit euer Briefkasten nicht überquillt und Einbrechern signalisiert, dass niemand zu Hause ist. Praktische Nebeneffekte: Weniger Altpapier, geringere Kosten, auf dem Tablet kann man die Zeitung auch im Urlaub lesen.
  • Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken bei Postings aus dem Urlaub: Wer nur Facebook-Freunde hat, mit denen er persönlich gut bekannt ist, und sein Profil auch nur seinen Freunden zugänglich macht, kann in seiner Timeline wohl relativ gefahrlos Urlaubsbilder posten. Doch wer ein öffentlich sichtbares Facebook-Profil pflegt und außerdem bei Twitter oder Instagram aktiv ist, sollte sich damit zurückhalten – zumindest wenn über öffentlich einsehbare Quellen die eigene Anschrift auffindbar ist.
  • Wertgegenstände wie Schmuck oder Bargeld bei längerer Abwesenheit von zu Hause sicher im Safe oder Tresor bzw. Bankschließfach verwahren.
  • Denkt an einen regelmäßigen Daten-Backup, damit eure Daten auch dann noch verfügbar sind, wenn jemand in eure Wohnung gelangt und euren PC entwendet.

Übrigens: Wer in Sicherheitstechnik investiert, kann hierfür Zuschüsse von der KfW beantragen! Für uns war es seinerzeit finanziell günstiger, die dazugehörigen Handwerkerstunden als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer abzusetzen. Beides parallel ist leider nicht möglich. Doch es lohnt sich, diese Posten einmal durchzurechnen. Ich wünsche euch einen guten Start ins neue Jahr, in dem eure eigenen vier Wände von Einbrechern verschont bleiben.

 

3 Kommentare zu “Heute ist der Einbruch in unser Haus genau zwei Jahre her… Ein Schreck mit Nachwirkungen

  1. Das hab ich damals gar nicht mitbekommen. Bei uns in der Straße wurde auch schon eingebrochen bzw. Versuche gemacht . Wir wurden zum Glück immer verschont. Gut das du das Erlebnis soweit verdaut hast. LG Andrea

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  2. Tatsächlich hinterlässt der Anblick der eigenen Wohnung, nachdem in diese eingebrochen wurde, bei vielen Wohnungsbesitzern traumatische Erinnerungen und Ängste. Erst allmählich können betroffene Haushalte wieder sorgenfrei schlafen. Ausschlaggebend dafür ist jedoch, ob entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, die vor Einbruch schützen, getroffen wurden. So kann die Haustür beispielsweise zusätzlich mit einem Panzerquerriegel verschlossen sowie eine Alarmanlage installiert werden.

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  3. Es ist verständlich, dass von einem Einbruch betroffene Personen erst einmal eine gewisse Zeit benötigen, bis sie sich von dem Schrecken erholt haben. Umso wichtiger ist nun, dass mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen reagiert wurde, sodass einen im Alltag die Angst vor einem erneuten Einbruch verlässt. Auch wir planen, uns eine Alarmanlage anzuschaffen, da sich die Einbruchsfälle in unserer Region in den letzten Jahren bedauerlicherweise vervielfacht haben.

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