Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Matjestage in Glückstadt – inklusive Pfütten-Kochshow für meine kulinarische Weiterbildung…

2 Kommentare

Am vergangenen Wochenende waren in Glückstadt die traditionellen Matjestage, verbunden mit gleich zwei runden Jubiläen – nämlich 400 Jahre Glückstadt und 50 Jahre Matjestage. Ich hatte die Matjestage schon länger auf meiner Liste der Dinge, die man in und um Elmshorn mal erlebt haben sollte. Doch den entscheidenden Ausschlag gab dann eine Einladung zur Pfütten-Kochshow beim Haushaltsgeräte-Händler Meiners.

Als Neuling bei den Matjestagen staunte ich zunächst einmal, wieviel Trubel am Sonntag im beschaulichen Glückstadt herrschte. Wir konnten zum Parken nicht in die Innenstadt fahren, sondern mussten das Auto im Industriegebiet abstellen und mit dem Shuttle-Bus ins Zentrum tingeln. Dort erwarteten uns Flohmarktstände, Fressmeile, verkaufsoffener Sonntag sowie verschiedene große und kleine Open-Air-Bühnen, auf denen Rockbands und Shanty-Chöre auftraten.

Glückstädter Matjestage haben mehr Flair als das Elmshorner Hafenfest

Auch wenn ich sehr gelegentlich Lust auf Volksfeste dieser Art habe, muss ich neidlos anerkennen, dass die Matjestage in Glückstadt deutlich mehr Flair haben als zum Beispiel die Florawoche in Elmshorn mit dem abschließenden Hafenfest. Das liegt in erster Linie am Ambiente des Hafens, der in Glückstadt ein lebendiger Teil der Stadt ist und nicht eine traurige und verschlickte Dauerbaustelle wie in Elmshorn. Auch die pittoresken Gebäude rund um den Glückstädter Marktplatz tragen dazu bei. Glückstadt ist halt schnuckelig.

Mein mittelprächtig gelungener Versuch, norddeutsche Pfütten zu backen…

Doch wir hatten ja eine konkrete Mission, und zwar das Küchenstudio Meiners, auf dessen Pfütten-Kochshow ich bei Facebook aufmerksam geworden war. Wer mein Blog regelmäßig liest, erinnert sich vielleicht an meinen mittelprächtig gelungenen Versuch, norddeutsche Pfütten nachzubacken. Ich hatte insbesondere beim Wenden der Pfütten arge Probleme und hege außerdem den Verdacht, dass meine Pfanne ein bisschen zu heiß war und meine Pfütten deshalb in Windeseile beinahe angebrannt wären. Auch die Füllung mit Pflaumenmus sollte man vielleicht erst in Angriff nehmen, wenn man eine gewisse Fingerfertigkeit entwickelt hat.

Weniger Teig, weniger Hitze, Wenden mit der Gabel statt mit dem Löffel

Im Meiners-Kochstudio konnte ich also dabei zusehen, wie eine erfahrene Pfütten-Bäckerin diese Aufgaben bewältigt. Wichtigste Erkenntnisse: Zum einen kommt in ihrem Familienrezept gar kein Pflaumenmus vor, was das Ausbacken erheblich erleichtert. Zum anderen füllt man weniger Teig in die Pfannenvertiefungen als ich es bei meinem ersten Versuch getan habe – so kann weniger „über die Ufer treten“. Ausgebacken wird auf dem Induktionsherd bei Stufe 7 (von 9). Und – das erschien meinem Mann Christoph besonders relevant – man wendet eine Pfütte nicht mit zwei Löffeln, sondern mit einer kleinen Gabel. Gabel von oben in die noch flüssige Oberseite eintauchen und von innen in den bereits gebackenen Teig der Unterseite reinpieken, dann fix wenden. Was tatsächlich ein wenig Routine erfordert.

Weitere Koch-Workshops zu alten norddeutschen Rezepten geplant

Nun gut, ich nehme die Herausforderung an. Ich bin nun in Besitz des Meiner’schen Familienrezepts (ein Teig mit Hefe und Rosinen!) und werde demnächst mal wieder meine Pfüttenpfanne rausholen. Übrigens hat Firma Meiners es sich zum Ziel gesetzt, alte norddeutsche Rezepte weiterleben zu lassen bzw. wiederzubeleben und einer breiteren Bevölkerung zugänglich zu machen. Ein schönes Anliegen, wie ich finde. Demnächst soll es einen Koch-Workshop geben, in dem man die Zubereitung eines „Großen Hans“ lernen kann – ein Rezept, das mir gänzlich unbekannt ist, bei meinem Mann aber Kindheitserinnerungen aus dem Saarland weckte. Wenn wir Zeit haben, sind wir dabei!

Hafenrundfahrt im Arbeitsschiff, das sonst Pricken setzt

Nach unserer Pfütten-Weiterbildung bummelten wir noch ein wenig weiter durch’s Getümmel und nutzten die Gelegenheit, eine Hafenrundfahrt durch den Glückstädter Hafen zu machen. Und zwar mit einem Boot, dessen Aufgabe es im normalen Leben ist, die Pricken zur Markierung der Fahrrinne zu setzen. Hier also noch ein paar Impressionen von Glückstadt zu Wasser und vom Volksfest anlässlich der Matjestage…

 

 

2 Kommentare zu “Matjestage in Glückstadt – inklusive Pfütten-Kochshow für meine kulinarische Weiterbildung…

  1. Moin moin,

    vielen Dank für den Beitrag J

    Glückstadt und unser Küchenstudio kommen ja richtig gut dabei weg.

    Dieses Jahr haben die Matjeswochen sogar die Glückstädter selber begeistert – die meisten Einwohner hier haben sonst eher verhaltene bis kritische Emotionen zu ihrer Stadt.

    Eine Sache fiel mir im Beitrag auf: Großen Hans hatten wir schon hinter uns (im Frühling), als nächstes traditionell norddeutsches Gericht wird Frau Schmidt „Birnen und Teig“ zubereiten.

    Viele Grüße,

    Enno

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  2. Pingback: Rückblick: Das war mein Jahr 2017 in Elmshorn! | Elmshorn für Anfänger

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