Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Treffen mit dem Leserbeirat des Hamburger Abendblatts – ich bringe eine Beschwerdeliste mit!

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Es ist nun beinahe schon ein Jahr her, dass sich der Leserbeirat der Pinneberger Regionalausgabe des Hamburger Abendblatts erstmals getroffen hat. Heute Abend ist nun – nach einem missglückten Terminvorstoß vor Weihnachten – der nächste Termin. Mich interessiert vor allem, warum die Reader-Darstellung meines E-Papers oft so unter aller Kanone ist.

Vor einer Weile habe ich ja schon einmal die Digitalabos des Hamburger Abendblatts und der Elmshorner Nachrichten miteinander verglichen. Da stand es – zumindest was die Handhabung des E-Papers angeht – 1:0 für die Elmshorner Nachrichten. Und obwohl das Hamburger Abendblatt mit seinem E-Paper zwischenzeitlich einen Relaunch hingelegt hat, finde ich es nach wie vor beinahe täglich unter aller Kanone, was einem da als Digital-Abonnent so zugemutet wird.

Auf dem Reader lese ich oft nur Rohfassungen und Textentwürfe

Am allermeisten stört mich, dass ich in der Reader-Ansicht, mit der ich Artikel auf meinem iPad bequemer lesen kann, häufig offenbar nur die Entwurf-Versionen von Artikeln präsentiert bekomme. Da hängen mitten im Satz noch Formulierungsbausteine, die nach dem Umstellen eines Satzes eigentlich weggelöscht werden müssten, oder es gibt Kraut und Rüben bei Groß- und Kleinschreibung oder Satzzeichen. Es ist ja nicht so, als würde ich solche Fassungen nicht kennen: Ich bin ja selbst Journalistin und überarbeite einen Text zum Teil mehrfach, bevor ich ihn bei meinen Kunden abgebe. Aber ich lese ihn vor der Abgabe auch noch einmal durch, damit mir möglichst wenige solcher peinlichen Fehler durch die Lappen gehen.

Hier einmal Beispiele, wie groß die Unterschiede zwischen der Zeitungsversion und der Reader-Version sein können:

 

Zeitungsansicht und Reader-Ansicht sollten sich automatisch synchronisieren

Ist das ein technisches Problem, das dafür sorgt, dass sich die final redigierten und druckreifen Artikel nicht automatisch mit der Reader-Version synchronisieren? Falls ja, kann mir kaum vorstellen, dass es technisch nicht lösbar wäre. Mein Verdacht ist vielmehr, dass sich niemand die Mühe macht, die Artikel vor der Veröffentlichung auch mal in der Reader-Ansicht zu checken. Denn dann würde man über solche Fehler doch (hoffentlich!) stolpern!

Robert Magunia ist in den Bildunterschriften allgegenwärtig

Für meine Theorie der mangelhaften Qualitätskontrolle sprechen auch andere Fehler in der Reader-Ansicht. Zum Beispiel die Tatsache, dass am Ende der Bildunterschrift in der Reader-Ansicht immer noch der Name des Fotografen bzw. der Fotoagentur angehängt wird, was den Lesefluss doch erheblich stört und auch zu Missverständnissen führen kann. Ich will den Fotografen ja nicht ihren verdienten Foto-Credit absprechen – doch den gibt es ja bereits direkt unter dem Foto. Wozu muss er dann noch einmal in der Bildunterschrift auftauchen? Immerhin habe ich inzwischen begriffen, dass Robert Magunia ein offenbar häufig beauftragter Fotograf des Abendblatts ist und nicht selbst eine Person öffentlichen Interesses, die allgegenwärtig in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft der Hansestadt ist.

Ungünstig beschnittene Bilder und falsche Stilvorlagen in der Reader-Ansicht

Wenn Artikel konsequent vor der Veröffentlichung auch einmal in der Reader-Ansicht geprüft würden, dann sollte einem Redakteur auch auffallen, wenn die Reader-Ansicht das Aufmacherbild ungünstig beschneidet, so dass im Reader gar nicht mehr das zu sehen ist, was in der Bildunterschrift steht. Auch falsch zugeordnete Stilvorlagen sollten bei einer abschließenden Kontrolle auffallen. Denn in der Reader-Ansicht sehe ich leider häufig Artikel, in denen der gesamte Fließtext im Stil einer Zwischenüberschrift oder – noch schlimmer! – der Ortsmarke gehalten ist. Dann muss ich mich durch einen extrem  Text kämpfen, der ganz in leseunfreundlichen Großbuchstaben gehalten ist. Von der gruseligen Silbentrennung am Zeilenende in der Reader-Version fange ich jetzt gar nicht erst an.

Ich möchte als Digitalabonnentin keine Leserin zweiter Klasse sein

Manch einer mag mir nun vielleicht Korinthenkackerei vorwerfen. Ich kann mein E-Paper schließlich auch in der Zeitungsansicht auf dem Tablet lesen. Doch ich sehe das etwas anders: Ich habe mich bewusst für ein Digitalabo entschieden, um weniger Altpapier zu produzieren, mein Zeitungsabo ohne Urlaubsmeldung überallhin mitnehmen zu können und um es bequem im Reader (gleichzeitig mit meinem Mann) auf meinem iPad lesen zu können. Dafür zahle ich einen Preis, der nur unwesentlich unter dem eines gedruckten Monatsabos liegt. Und dafür erwarte ich, dass auch die Reader-Ansicht mir eine vollwertige Zeitung mit guter Funktionalität bietet. So aber fühle ich mich als Digitalabonnentin ein bisschen als Leserin zweiter Klasse – und das ärgert mich.

Ich hoffe, dass die Online-Redaktion in der Zentrale hier aktiv wird!

Vermutlich können die Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion des Pinneberger Regionalteils in diesem Punkt nicht wirklich viel ausrichten, weil das Content Management System des Abendblatts in der Zentrale verwaltet wird. Doch ich erhoffe mir von unserem heutigen Treffen, dass meine Unzufriedenheit weitergegeben wird und dass ich ggf. sogar mal einen Termin mit der Online-Redaktion in der Zentrale bekommen kann, bei dem ich meine Kritikpunkte einmal ausführlich schildern kann. Ich werde euch weiter berichten!

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2 Kommentare zu “Treffen mit dem Leserbeirat des Hamburger Abendblatts – ich bringe eine Beschwerdeliste mit!

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