Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Sharing-Gruppe Elmshorn: Ein Hoch auf die Tauschkultur – und Adieu Waschbeton…

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Bei uns steht in den kommenden Wochen die Neugestaltung unseres Gartens an. Es ist dringend an der Zeit, sich von den Waschbeton-Platten auf der Terrasse zu verabschieden. Zum Glück gibt es in Elmshorn eine ganze Reihe von Leuten, die noch Verwendung für sie haben – und man findet sie in der Facebook-Gruppe „Sharing Elmshorn“.

In der Facebook-Gruppe „Sharing Elmshorn – das Forum für bargeldloses Schenken, Verleihen und Tauschen“ funktioniert die von manchen bereits totgesagte Share Economy noch, und zwar erfolgreich und komplett unkommerziell. Ich habe es gerade am vergangenen Wochenende erlebt. Da hatte ich nämlich etwa 30 (?) Quadratmeter Waschbeton-Platten und einige Beton-Treppenstufen von unserer Terrasse dort angeboten. Wir haben sie übrig, weil wir unseren Garten und unsere Terrasse neu gestalten. Natürlich kann man das Abreißen und Entsorgen alter Betonplatten auch dem Gartenbauer überlassen, der vom Baggerhäuschen aus nur ein paar Hebel bedienen muss, und schwupp, sind die Platten verschwunden, völlig mühelos. Aber an irgendeiner Stelle dieses ohnehin teuren Projekts mussten wir den Rotstift ansetzen – und so beschlossen wir, zumindest das Entfernen der alten Platten in Eigenleistung zu erbringen.

Juchu! Betonplatten schleppen bei 38 Grad im Schatten

Ich war mir zwar nicht sicher, ob sich jemand für 30 Jahre alte und wirklich nicht mehr sonderlich ansehnliche Waschbeton-Platten interessieren würde (sofern man Waschbeton-Platten überhaupt irgendwie ansehnlich findet), doch jede Platte weniger auf unserem Hof spart Entsorgungskosten. Also postete ich Ende vergangener Woche kurzerhand mein Angebot „Wachbeton-Platten zu verschenken“ in der Facebook-Gruppe (und hoffte insgeheim, dass sich vielleicht sogar jemand finden würde, der am Sonnabend dabei sogar noch helfen würde, die Platten von unserer Terrasse zu schaffen. Diese Hoffnung sollte sich leider als Trugschluss herausstellen). Tatsächlich handelte sich um vergangenen Sonnabend, den 4. Juli 2015 am bislang heißesten Wochenende des Jahres. Aber hey, wir haben Erfahrung mit derartigen Aktionen. Schließlich planen wir auch unsere Umzüge grundsätzlich so, dass sie auf den heißesten Tag des Jahres fallen, wenn das Kistenschleppen so richtig Spaß macht. Dieses Vergnügen lässt sich eigentlich nur noch steigern, wenn man etwa 65 Waschbeton-Platten mit den Maßen 75 x 50 Zentimeter und einem Gewicht von locker 40 Kilogramm pro Stück bei 38 Grad im Schatten von der Terrasse mit der Sackkarre in die Einfahrt wuchtet.

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Ziemlich in die Jahre gekommen, und eben Waschbeton… so sah unsere Terrasse bis vor wenigen Tagen noch aus.

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Dann fing Christoph an zu wuchten, zu schleppen, (zu fluchen, und zwar nicht zu knapp…) und zu stapeln.

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Zuerst stand nur ein Stapel Waschbeton-Platten in unserer Einfahrt…

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… dann eine ganze Reihe. Besonders fies waren die Beton-Treppenstufen, die ich selbst überhaupt nicht von der Stelle bewegen konnte.

Waschbeton als Fundament für den Strandkorb oder für eine breitere Einfahrt

Mein Mann Christoph ackerte den halben Sonnabend, dann lagen alle Platten und Betonstufen in unserer Einfahrt. Ich trug ein paar kleine Platten und kümmerte mich ansonsten um Fotodokumentation und die Kommunikation mit den Abholern via Facebook. Am Sonnabend und Sonntag rückten dann nacheinander eine ganze Reihe von Leuten an, die das schwere Zeug in unterschiedlicher Stückzahl von unserem Hof fuhren. Einer wollte die Wachbeton-Platten als Fundament für seinen Strandkorb nutzen, dessen Holz sonst im direkten Kontakt mit dem feuchten Boden Schaden nehmen würde. Super Idee! Wozu braucht man da schöne, neue Platten? Ein Pärchen nahm sich drei Treppenstufen mit, die als Übergangslösung vom Haus in den Garten führen sollten, bis sie ihr eigenes Terrassenprojekt in Angriff nehmen. Logisch, da hätte ich auch keine Lust, in nagelneues Material zu investieren. Ein weiterer Interessent plante, die Auffahrt in seinen Garten breiter zu pflastern, damit er problemlos mit dem Auto hineinfahren kann. Er wollte eigentlich nur 30 Platten mitnehmen – doch als er von uns erfuhr, dass wir alle übrig gebliebenen Reste entsorgen würden, fuhr er noch eine dritte Tour, nahm uns insgesamt über 50 Platten ab und brachte uns bei der letzten Tour eine Flasche Sekt mit. Der letzte Abholer brauchte nur vier Platten für einen kleinen Weg durch den Garten, die passten sogar in seinen Kofferraum. Und so gibt es für das, was wir nicht mehr brauchen, noch an diversen Stellen sinnvolle Einsatzmöglichkeiten und Menschen, die sich darüber freuen. Wir wiederum freuten uns, dass wir das Zeug los sind, ein paar Euro Entsorgungskosten sparen können und außerdem ein paar nette Geschichten über andere Gartenbau-, Hausumbau- oder Hausrenovierungsprojekte hören durften.

In diesem Sinne: Weiterhin frohes Tauschen, Verleihen und Verschenken! Ach übrigens: Wenn das Gartenprojekt bei uns voranschreitet, werden in unserer Einfahrt wieder einige Quadratmeter alter Betonplatten stehen. Mal sehen, ob sich auch hierfür wieder so viele Interessenten finden!

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