Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Tolle Kunstausstellung „Mut zur Luke“ im Museumsschiff Cap San Diego

Ein Kommentar

Bevor ich euch nun ausführlich über meinen Besuch an Bord berichte, ein kurzer Hinweis: Wenn ihr die Ausstellung noch sehen wollt, müsst ihr euch ranhalten – sie wird schon übermorgen wieder abgebaut.

Vor einer Weile hatte ich euch in meinem Elmshorner Tagebuch gegen den Corona-Blues ja schon über die erste Online-Vernissage berichtet, an der ich jemals teilgenommen habe. Seither folge ich dem Künstler Jan Eustergerling auf verschiedenen Kanälen und wurde deshalb vor ein paar Wochen darauf aufmerksam, dass er gemeinsam mit fünf anderen Künstlerinnen und Künstlern eine Ausstellung auf dem Hamburger Museumsschiff Cap San Diego plant. Am 18. Juli war die Ausstellungseröffnung, da hatte ich leider keine Zeit. Eigentlich wollte möglichst bald nach der Vernissage mal dort vorbeischauen und hier berichten. Und schwupps waren ein paar Wochen vergangen, und nun neigt sich das letzte Ausstellungswochenende dem Ende zu.

Am Dienstag werden die Kunstwerke das Schiff wieder verlassen, wir haben sie am Samstag nun auf den letzten Drücker noch gesehen. Einen großen Werbeeffekt wird dieser Blogbeitrag daher vermutlich nicht entfalten, auch wenn ich das der Ausstellung gewünscht hätte. Nun gut, es ist wie es ist. Bei den nächsten Beiträgen werde ich versuchen, euch ein bisschen mehr Zeit zu lassen, meinen Tipps zu folgen. 🙂

Ich glaube, es war überhaupt das erste Mal, dass ich die Cap San Diego betreten habe. Weder beim Hafengeburtstag, noch zu sonstigen Gelegenheiten habe ich zuvor einen Fuß auf dieses beeindruckende Schiff gesetzt. Und dieses Mal habe ich mich vor allem in den Frachträumen des alten Traditionsseglers aufgehalten, die den sechs Künstlerinnen und Künstlern als Ausstellungsfläche dienten. Thema der Ausstellung ist die Zeichnung, mit dem schlichten Strich als Basis. So wie ein Strich, eine Linie auch eine Schiffsroute auf einer Karte und damit den Ausgangspunkt einer Reise markiert.

Wie es sich für eine Ausstellung auf einem Schiff (vermutlich) gehört, gab es eine ganze Reihe von Werken mit maritimen Motiven. Daneben aber auch viele abstrakte Zeichnungen, die bei jedem Betrachter andere Assoziationen wecken. Jan Eustergerling, den wir übrigens vor Ort antrafen und auf einen Schnack unter und auf Deck verhafteten, zeichnet Abstraktes ebenso wie Figürliches. Als aktives Mitglied der Hamburger Urban Sketchers fängt er regelmäßig zusammen mit anderen Zeichnerinnen und Zeichnern urbane Szenen ein. Auch auf der Cap San Diego sind etliche Zeichnungen entstanden. Daneben zeichnet er mit Fineliner (zum Teil mit Aquarell koloriert) abstrakte Szenerien, die in der Regel aus vielen nebeneinander angeordneten, unterschiedlich dicht schraffierten Flächen bestehen. Sie erinnern mich an Landkarten, die Stadtumrisse, Flüsse, Straßen und angrenzende Felder markieren. Einige dieser Arbeiten waren auch schon in seiner Online-Ausstellung zu sehen, die man übrigens nach wie vor besuchen kann. Jan (übrigens ein sehr sympathischer Typ) erzählte uns, dass er eigentlich am liebsten abstrakt arbeitet: „Alles andere ist Betrachterdiktatur. Ich zeichne einen Apfel, und der Betrachter muss ihn dann auch als Apfel sehen.“ Wir haben das Wort Betrachterdiktatur daraufhin gleich in unseren Wortschatz aufgenommen und werden es ab sofort bei Scrabble gelten lassen. Nichtsdestotrotz habe ich Freude an gegenständlichen ebenso wie an abstrakten Werken, da mag ich mich gar nicht festlegen.

Neben Jans Werken stachen für mich vor allem auch die Illustrationen von Julia Bach aka Julia Zeichenkind und Fabian Barz (beide ebenfalls Mitglieder der Urban Sketchers) hervor. Wenn ihr morgen (Montag, 24.8.20) noch ein wenig Zeit habt, schaut doch auch noch schnell in der Ausstellung vorbei. Der Eintritt in die Ausstellung selbst ist frei, allerdings werden 9,50 Euro Eintritt für die Cap San Diego fällig.

Und hier noch ein paar Bilder:

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