Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Warum sich die Käptn-Jürs-Brücke mal ein Beispiel an holländischen Klappbrücken nehmen sollte

Ein Kommentar

Wer in Elmshorn lebt und mit dem üblichen Hin und Her rund um die Käptn-Jürs-Brücke vertraut ist, der ist wahrscheinlich geneigt, Klappbrücken für superempfindliche Hochtechnologie zu halten. Uns hat nun eine Radreise durchs holländische Friesland eines Besseren belehrt.

Mal lässt sie sich nicht rauf- und mal nicht runterklappen. Mal muss die Hydraulik gewartet, mal der Klappmechanismus repariert werden. Irgendwas ist irgendwie immer nicht ganz in Ordnung, so zumindest mein Eindruck von der Elmshorner Käptn-Jürs-Brücke, die den Autoverkehr über die Krückau aus der Innenstadt halten soll. Bislang hatte ich diesen Umstand immer akzeptiert: Klappbrücken scheinen halt hochkomplizierte technische Anlagen zu sein, denen man solche Sperenzchen einfach nachsehen muss.

Radeln in Holland – das ist da, wo die Klappbrücken zuverlässig funktionieren!

Doch nun waren mein Mann Christoph und ich für eine Woche zum Radfahren im holländischen Friesland unterwegs. Übrigens – aber das nur nebenbei bemerkt – eine sehr schöne Art des Reisens: Wir radelten jeden Tag zwischen 40 und 70 Kilometern von Ort zu Ort. Für unsere Koffer hatten wir einen Gepäckservice, der dafür sorgte, dass unsere Klamotten immer schon im nächsten Hotel waren, wenn wir nach einem Tag auf dem Fahrrad an der frischen Luft müde im nächsten Ort ankamen. Es machte großen Spaß, auf diese Weise die Gegend zu erkunden: viel Natur, Landwirtschaft, Kühe, Schafe, schnuckelige Ortschaften zu sehen und in gemächlichem Tempo an ihren vorbeizuziehen; und jederzeit die Möglichkeit zu haben, einfach mal abzusteigen, den Blick schweifen zu lassen und ein paar Fotos zu schießen.

Dabei fällt einem sofort auf, dass die friesische Landschaft von einem dichten Netz von Grachten durchzogen ist. Damit diese schmalen bis mittelbreiten Gewässer Menschen nicht allzu sehr daran hindern, von A nach B zu kommen, haben die Holländer viele Brücken gebaut. Und weil viele Grachten und Gewässer von Segelschiffen oder anderen größeren Kähnen befahren werden, kann man einen Großteil der Brücken aufklappen.

Ob man beim Bau der Käptn-Jürs-Brücke mal nach Holland geschaut hat?

Wer nun aus Elmshorn kommt und an das störungsanfällige Gehabe der Käptn-Jürs-Brücke gewöhnt ist, der kommt in Friesland aus dem Staunen nicht mehr heraus: Wir passierten auf jeder Tagesetappe in der Regel gleich mehrere Klappbrücken. Da blinkte es dann rot, eine Schranke schloss sich, die Brücke klappte hoch, ließ ein Schiff (oder gleich mehrere) durch und klappte dann wieder zu. So einfach und selbstverständlich, dass wir uns erstaunt die Augen rieben und uns fragten: „Ist eigentlich niemand von den Planern unserer Elmshorner Klappbrücke einmal auf die Idee gekommen, sich in Holland über diese Hochtechnologie zu informieren?“ Nur so ein Gedanke…

 

 

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