Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Rückblick auf einen bier- und weinseligen Abend: Da kam dann leider die Musik zu kurz!

Ein Kommentar

Findet ihr auch, dass sich in letzter Zeit die Veranstaltungen in Elmshorn ungeheuer ballen? Es gibt ziemlich viele spannende Termine, doch letztlich hat ein Tag halt nur 24 Stunden, und irgendwas verpasst man also immer. So ging es mir am 25. Mai, als ich der Eröffnung des Taprooms bei Simian Ales beiwohnen, diversen Konzerten bei der Elmshorner Musiknacht lauschen und den Abend auf dem Weinfest ausklingen lassen wollte. Gewinner war: der Alkohol. Verlierer: die Kultur.

Peinlich, peinlich… aber wahr. Es ist mir am 25. Mai 2018 nicht gelungen, auch nur einen einzigen musikalischen Auftritt im Rahmen der Elmshorner Musiknacht zu erleben. Dabei hatte ich wirklich Lust, Jan Pape im Mühlencafé des Willkommensteams zu hören und auch mal zu schauen, wie kleine Locations wie das Café Lykke oder Bäckerei Junge als Konzert-Locations taugen. Doch dann… kam irgendwie der Alkohol dazwischen.

Neues aus der Craft Beer-Meile Langelohe

Erste Station war die neue Craft-Brauerei Simian Ales in der Langelohe, die just an diesem Tag (vielleicht war der Termin nicht ganz geschickt gewählt) die Eröffnung ihres Taprooms (zu Deutsch: Schankraum) feierte. Mit irischer Live-Musik, Führung durch die Brauerei (inklusive der großen Biertanks, bei deren dramatischer Anlieferung ich seinerzeit zugegen war) und natürlich viel Bier vom Fass. Als ich gegen 19 Uhr dort mein Fahrrad parkte, waren die Bierbänke im Hinterhof des Gewerbehofs schon gut belegt. Und zu meiner Überraschung und Freude begrüßte mich dort nicht nur meine Freundin, mit der ich für den Abend verabredet war, sondern auch Lutz und Thomas vom Brewing Pack, sprich: der anderen Elmshorner Craft Beer-Brauerei, die ich beim Verkaufsstart ihres ersten Biers im Edeka Hayunga kennen gelernt hatte. Sie hatten die verschiedenen Sorten ihres Mitbewerbers Simian Ales schon durchprobiert 😉 und machten den Eindruck, als störe sie die direkte Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft nicht wirklich. Ich finde, das ist die richtige Einstellung: Für die einzelnen Möbelhändler in der Wohnmeile Halstenbek ist es ja auch kein Nachteil, dass sich direkt nebenan Mitbewerber niedergelassen haben – im Gegenteil. Man sollte folgerichtig beim Elmshorner Stadtmarketing also vielleicht einmal darüber nachdenken, die Marke „Craft Beer-Meile Langelohe“ zu etablieren und für die Standortwerbung zu nutzen. Aber das nur am Rande.

Wie ernüchternd: Brauen ist nur 20 Prozent Brauen, dafür 80 Prozent Spülen!

Wir machten eine kleine Führung durch die „heiligen Hallen“ von Simian Ales mit, von der mir ein Satz ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: „Man verbringt nur 20 Prozent seiner Zeit mit Brauen, aber 80 Prozent mit Spülen.“ Bottiche, Biertanks, andere Behältnisse… all das muss akribisch saubergehalten werden. Nicht dass ich schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht hätte, mein eigenes Bier zu brauen. Aber mit der Aussicht auf 80 Prozent Spülzeit wurde das potenzielle Hobby Bierbrauen für mich dann leider schlagartig unattraktiv. Ich trinke also lieber (wenn auch selten) ein Bier, das andere für mich verzapft… äh… gezapft haben. In diesem Falle ein „Summer Ale“, das mir wirklich spritzig, blumig und lecker schmeckte.

Bei dem tollen Wetter war das Weinfest draußen attraktiver als Konzerte drinnen

Doch allzu lang blieben wir nicht in der Langelohe, schließlich hatten wir noch ein paar weitere Punkte auf der Agenda: nämlich die Elmshorner Musiknacht inklusive Konzert von Jan Pape im Mühlencafé des Willkommensteams und das Weinfest in der Innenstadt. Leider kamen wir gleich zu Beginn irgendwie nicht an den Weinständen auf dem Alten Markt vorbei. Ein ziemliches Getümmel, was angesichts des bombigen Wetters aber auch nicht weiter verwunderlich war. Wir trafen weitere angeschickerte Leute, kamen mit Hinz und Kunz ins Gespräch – und auf einmal war der Abend auch schon vorbei. Was einerseits sehr nett war – andererseits aber auch schade, weil ich auf diese Weise einen Haufen Musik verpasst habe. Vor allem, als ich am nächsten Tag erfuhr, dass der Sänger und Songwriter Jan Pape dem Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn einen eigenen Song gewidmet hatte (den man in einem Video auf der Facebook-Seite des Willkommensteams hören kann). Nun gut, ich werde einen nächsten Versuch in Sachen Kultur vs. Alkohol starten. Am kommenden Sonntag findet ja das Event „Jazz’n Roses“ im Liether Rosengarten statt. Mal schauen, wie erfolgreich ich dieses Mal bin! 🙂

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