Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Nur noch wenige Zimmer frei – unser Insektenhotel ist seit Wochen beinahe ausgebucht!

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Im vergangenen Sommer haben wir ein Insektenhotel an unserer Garagenwand in Richtung Garten befestigt. Nachdem es 2017 trotz All-you-can-eat-Buffet direkt vor der Tür noch überhaupt nicht angenommen wurde, dachten wir schon an eine großangelegte Kampagne bei HRS und Booking.com nach, doch in diesem Frühjahr sind sehr viele Gäste eingezogen und unser Hotel ist gut ausgelastet.

Bienen- und Insektensterben sind ja die großen Schlagworte dieser Tage. Natürlich können wir mit unserem Engagement im Kleinen nur ein ganz kleines bisschen dazu beitragen, dass Bienen uns Insekten genug Futter und einen Unterschlupf finden – aber besser als nichts! Deshalb haben wir im vergangenen Sommer ein (fertig gekauftes) Insektenhotel an unserer Garagenwand angebracht. So wie man es überall nachlesen kann: ungefähr auf Augenhöhe, nach Süden ausgerichtet, windgeschützt und in Reichweite von Blühpflanzen.

Bienen und Insekten buchen ihre Hotels offenbar nicht gern Last Minute!

Trotz dieser optimalen Bedingungen wurden wir 2017 enttäuscht: Es summten zwar sehr viele Bienen, Hummeln und andere Insekten in unserem Garten herum, wo je nach Blühphase mal die Apfelbäume, mal der Storchschnabel und mal der Flieder abwechslungsreiche Ernährung boten. Doch keines der vielen kleinen Schlupflöcher im Insektenhotel wurde von Insekten verschlossen, die Hohlräume blieben den ganzen Sommer über leer. Wir waren ein wenig enttäuscht, dass sich die Bienen scheinbar nicht von uns retten lassen wollten. Oder hätten wir lieber mit einer großangelegten Werbekampagne bei den einschlägigen Online-Buchungsportalen wie HRS oder Booking.com auf unser tolles Angebot aufmerksam machen sollen? Doch dann kamen wir zu dem Schluss, dass wir unser Hotel möglicherweise zu spät im Jahr eröffnet hatten, als alle potenziellen Gäste schon eine andere Bleibe gefunden hatten.

Reger Betrieb mit Dauermietern und Stundenhotel-Gästen

Mit den ersten sonnigen Tagen in diesem Jahr stellten wir dann fest: Bienen und andere Insekten sind offenbar tatsächlich Frühbucher. Sie stöbern auf dem Hotelmarkt nicht nach Last-Minute-Schnäppchen, sondern wissen ein verlässliches Angebot direkt zum Saisonbeginn zu schätzen. Seit etlichen Wochen ist unser Insektenhotel also stark frequentiert; viele der Nistlöcher sind verschlossen, und in unverschlossenen Löchern herrscht reges Kommen und Gehen. Wie es scheint, nutzen manche Gäste unser Hotel als Dauermieter, andere eher als Stundenetablissement. Unsere Beeten habe ich bei den Blühstauden auch noch um Lavendel ergänzt – ich liebe seinen Duft, und außerdem lockt er Bienen und Insekten an.

Auf Wildbiene.org gibt es eine Art Booking.com für Bienen und Insekten!

Und nachdem wir nun Online-Werbung eigentlich gar nicht mehr nötig haben, bin ich jüngst tatsächlich auf eine Art Booking.com für Bienen aufmerksam geworden: Unter Wildbiene.org kann man sein privates Insektenhotel (oder andere Schutzmaßnahmen, die man selbst für Insekten eingerichtet hat) auf einer Landkarte eintragen. Hier habe ich nun die Eckdaten unseres Insektenhotels eingegeben und ein Bild hochgeladen. Noch kann man es auf der Landkarte nicht sehen, möglicherweise muss es erst von einem Administrator oder einer Bienenkönigin freigeschaltet werden. Doch dann dürfte es zunächst das erste Insektenhotel in Elmshorn sein – es sei denn, ihr habt auch eines im Garten und tragt es in der Online-Landkarte ein!

Inspiration gab es unter anderem im Sonderheft „Stadtoasen“ von Hinz&Kunzt

An dieser Stelle übrigens vielen Dank an die Redaktion von Hinz & Kunzt für ihr schönes Sonderheft „Stadtoasen“, das mir der freundliche Verkäufer vor dem Aldi am Wedenkamp ans Herz gelegt hat. Der Überraschungseffekt ist sehr gelungen: Mein erster Gedanke war nämlich: „Was sollen mir ausgerechnet Wohnungslose für Tipps in Sachen Gartengestaltung geben können?“ Und im Heft stecken jede Menge schöner Geschichten – und auch der Hinweis auf die Online-Landkarte für Insektenhotels. Natürlich unter dem Stichwort „Hotels gegen die Wohnungsnot!“.

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