Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

„Unser“ Fischreiher kommt näher als es uns lieb ist

Ein Kommentar

Unser Grundstück grenzt an ein städtisches Regenauffangbecken. Für uns ist es einfach ein netter kleiner Teich mit allerlei Flora und Fauna, in dem auch ein Fischreiher regelmäßig zu Gast ist. Bislang mochten wir ihn sehr gern, doch nun hat er unseren Rasen zum Reiherklo erkoren.

Als wir vor gut vier Jahren unser Haus gekauft hatten, mussten wir uns von Freunden und Familie allerlei Sprüche wegen des angrenzenden Teichs bzw. Regenauffangbeckens anhören: „Boah, da habt ihr doch bestimmt ganz viele Mücken, oder?“ oder auch „Iihhhh, so viel Entengrütze!“ In puncto Mücken muss ich die Skeptiker enttäuschen: Hier schwirren nicht mehr Mücken herum als anderswo auch. Ich komme hier pro Sommer auf einen Schnitt von etwa zehn Mückenstichen. Als ich noch in Hamburg-Langenhorn direkt am Naturschutzgebiet Raakmoor wohnte, waren es im Sommer eher zehn Mückenstiche pro Nacht.

Der Fischreiher mag die kleinen Kröten im Teich

Die Sache mit der Entengrütze stimmt allerdings: Spätestens zum Beginn des Sommers ist der Teich von einer gleichmäßigen grünen Schicht bedeckt, die ich allerdings überhaupt nicht iiihhhh finde. Ich mag das schmatzende Geräusch, wenn die Enten, die dort regelmäßig zu Gast sind, Entengrütze schlabbern. Die Enten sind nicht die einzigen Wasservögel, denen unser Teich es angetan hat: Auch ein Fischreiher stakst beinahe täglich durch das knietiefe Wasser. Fische wird er zwar kaum darin finden, dafür aber jede Menge kleine graubraune Kröten, die uns meist nur dann begegnen, wenn sie unsere Kellertreppe hinuntergefallen sind und ohne Hilfe nicht mehr hinaufgelangen können. Bislang mochten wir den Fischreiher sehr gern. Er steht meist ruhig im Wasser, wandert bedächtig darin auf und ab, und wenn ihn ein Geräusch wie etwa ein heraufsurrender Rolladen erschreckt, dann schwingt er sich in die Lüfte, fliegt eine Ehrenrunde über den Teich und verschwindet dann hinter den Baumkronen. Ein schöner Anblick, sehr elegant sieht er dabei aus.

Der Reiher ging in die Hocke und hinterließ einen dicken weißen Flatsch

Weniger elegant fand ich ihn allerdings vor einer Weile, als ich in meinem zum Garten gewandten Büro saß und gedankenverloren nach draußen starrte. Auf einmal sah ich den Fischreiher – statt im Teich auf der anderen Seite dieses Mal mitten auf unserem Rasen im Garten. Er spazierte mit langsamen großen Schritten auf und ab, und ich war im ersten Moment ganz gerührt, wie zutraulich er inzwischen geworden ist, dass er unserer Menschenbehausung so nahe kommen mag. Doch dann ging er in die Hocke und ließ – flatsch – einen dicken weißen Klecks auf unseren Rasen fallen. Danach breitete er seine Flügel aus und flog davon.

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Fischreiher im Garten – das Problem ist kein Einzelfall!

Seither finden wir immer wieder seine weißen Kleckse auf unserem Rasen. Der Fischreiher hat damit einige Sympathiepunkte verspielt, denn als Reiherklo mag ich meine kleine Rasenfläche nicht so gern aufgeben. Was mir zunächst wie ein sehr individuelles Problem erschien, ist kein Einzelfall, wie mir eine kurze Google-Recherche verriet. Wie man in einem Beitrag im Gartenmagazin.net nachlesen kann, wird zum Verscheuchen von Reihern der „Reiherschreck“ als Mittel der Wahl empfohlen (es handelt sich hierbei um eine Vogelscheuche mit Bewegungsmelder und Wasserstrahl). Man soll nach Einschätzung der Autoren allerdings kein Billigteil für 20 Euro kaufen, sondern lieber in etwas Solides investieren, etwa die „Comtech Vogelscheuche mit Bewegungsmelder“, die es z. B. bei Amazon für 109 Euro zu kaufen gibt.

Ich versuche es erst einmal lieber mit Schönreden…

Ich bin noch reichlich unschlüssig, ob ich mir wirklich so ein teures und noch dazu hässliches Gestänge mit Schreckschussfunktion in den Garten stellen möchte. Zumal der Reiher sich ja gern weiterhin im Teich aufhalten und die Krötenpopulation in Schach halten soll. Vielleicht versuche ich es eine Weile noch damit, mir die Sache schönzureden: Besteht Guano-Dünger nicht auch aus Vogelkot? Der Fischreiher tut unserem Garten mit seiner Gratisdüngung also möglicherweise etwas Gutes. Gibt es unter meinen Lesern auch Menschen, bei denen der Reiher regelmäßig zu Gast ist?

Ein Kommentar zu “„Unser“ Fischreiher kommt näher als es uns lieb ist

  1. Hallo Antje,

    ich würde das auch eher als kostenlose Düngung ansehen und einfach mit der Gießkanne etwas nachspülen, damit es gut in den Boden eingearbeitet wird 🙂

    Übrigens hat der liebe Reiher vor drei oder vier Jahren unseren ganzen Gartenteich leergefischt. Wir haben dann kreuz und quer Bänder darübergespannt, das behindert ihn beim Laufen und er ist tatsächlich weggeblieben. Es könnte allerdings auch daran gelegen haben, das sowieso nicht mehr viel zu holen war…

    herzliche Grüße und Dir noch einen schönen Sonntag
    Iris

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