Elmshorn für Anfänger

Geschichten von einer, die auszog, im Hamburger Speckgürtel zu leben. Eine pragmatische Liebeserklärung.

Elmshorner Krähen im TV: Aloha, ich war im Fernsehen!

Ein Kommentar

Gestern Abend konnte man um 18:30 Uhr endlich den seit Langem angekündigten TV-Beitrag von ZDF Terra Xpress über die Elmshorner Krähenplage sehen. Mit dabei: „Bloggerin Antje Thiel, die auf ihrem Blog ihrem Ärger über das schwarze Federvieh freien Lauf lässt“.

Es ist ja schön, dass man sich inzwischen bundesweit für die Elmshorner Krähenplage interessiert. Deshalb hatte ich vor ein paar Monaten auch gern mitgemacht, als sich das ZDF bei mir meldete und mich fragte, ob ich für einen kurzen Dreh zur Verfügung stehen könnte. Die TV-Redakteure waren bei der Recherche auf mein Blog gestoßen, auf dem ich ja schon häufiger über meinen Ärger über dieses lästige schwarze Federvieh geschrieben habe. Am 5. Juni 2016 um 18:30 Uhr war es nun endlich so weit, der Beitrag wurde gesendet. Wer ihn verpasst hat, kann ihn hier in der Mediathek ansehen.

ZDF-Beirag: Umweltplaner telefoniert, Bürgermeister kapituliert

Ich selbst fand ihn… naja… so lala. Und zwar nicht nur, weil ich nur ziemlich kurz mit meinem Fahrrad durchs Bild radele, um mich dann (ja, das war eine reichlich gestellte Situation…) zum Bloggen auf dem Elmshorner Friedhof niederlasse. Wer sich anschaut, wie Umweltplaner Schmidt-Hilger auf der Suche nach neuen Ideen gegen die Krähenplage pausenlos herumtelefoniert und Bürgermeister Hatje sowie Elmshorner Bürger immer wieder hilflos gen Himmel schauen, der kann doch leicht den Eindruck gewinnen, dass es sich bei den Elmshorner Menschen um ein etwas tölpelhaftes Völkchen handelt. Dabei hatte sich das ZDF-Team beim Dreh selbst nicht immer unbedingt geschickt angestellt: Bei den Luftaufnahmen an der Nikolaikirche war ihnen eine Kameradrohne auf dem Kirchendach abgestürzt, und beim Drehen im Rathaus hatte das Team eine Tasche mit Kameraausrüstung einfach irgendwo abgestellt – mit dem Effekt, dass die Tasche samt teurem Equipment hinterher nicht mehr da war. Nun gut…

Berichterstattung sollte Tierschutz und Menschenschutz berücksichtigen

Gewünscht hätte ich mir eigentlich, dass man mal nachfragt, warum in anderen Regionen Schleswig-Holsteins der Abschuss von Krähen erlaubt ist und hier bei uns nicht. Das habe ich nämlich bis heute nicht recht verstanden. Auch der Aspekt der Krähenattacken (also Angriffe von Krähen auf Menschen) wurde überhaupt nicht gestreift. Angeblich gibt es ja gar keine Krähenattacken in Schleswig-Holstein, zumindest keine polizeilich dokumentierten Angriffe, wie mir seinerzeit die Landespressestelle der Polizei Schleswig-Holstein mitteilte. Offenbar werden manche Attacken aber nicht bei der Polizei, sondern nur in der Zeitung gemeldet. Oder in meiner Leserpost. Vorgestern schrieb mir nämlich eine Leserin aus Kiel, dass sie just am selben Tag Opfer beim Fahrradfahren rücklings von einer Krähe angegriffen worden und dabei auf den Asphalt gestürzt war. Auch andere Mitglieder ihrer Sportgruppe waren als Fußgänger ebenfalls vor der Sporthalle attackiert worden. Ja, ich bitte in der Berichterstattung um eine differenzierte Darstellung. Also eine, die Tierschutz ebenso wie Menschenschutz berücksichtigt.

Ich behalte mir vor, sauer auf die Verursacher des Schadens zu sein

Nichtsdestotrotz spaltet das Thema „Krähenplage“ die Bevölkerung weiter in Krähenliebhaber und Krähengegner, wie zwei weitere aktuelle Kommentare auf meinem Blog als Reaktion auf den ZDF-Beitrag zeigen. Der Autor findet die Darstellung überzogen und fordert Verständnis für die Krähen ein, deren Lebensraum immer mehr beschnitten wird. Zu den Fotos von meinem zugeschissenen Auto schreibt der Leser: „Schon mal in einer ganz normalen Ecke NACH einem sonnigen Tag über die Liegewiese eines Badesees gegangen? Dagegen ist der Autoschiss fast schon niedlich.Was wir Menschen – sicherlich völlig unabsichtlich – alles verlieren und aus Versehen liegen lassen…“ Nun, ich mache mich nicht mit dem gesamten ZDF-Beitrag gemein, nur weil ich einmal durch’s Bild geradelt bin. Aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die an Badeseen ihren Müll in der Natur zurücklassen. Und wenn einfaches Parken im öffentlichen Raum für wenige Stunden im Anschluss eine Autoaufbereitung zum Preis von 169 Euro erfordert (weil Vogelkot äußerst aggressiv ist und den Autolack zerstören kann), dann behalte ich mir das Recht vor, sauer auf die Verursacher dieses Schadens zu sein. Basta.

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